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News / Achtung, die Digital Natives kommen
Martin Höfelmann (25) ist Gründungsvorsitzender des Public Relations Studierende Hannover e.V. (prsh.de). Er studiert Kommunikationsmanagement an der FH Hannover und berät die Friedrich-Ebert-Stiftung Niedersachsen in Sachen Social Media.
17.03.2011   News
Achtung, die Digital Natives kommen
 
„Wth“ („What the heck“) schoss es in meinen Kopf, als ich folgenden Gruß aus dem Vorgestern auf meinem Firmendesktop las: „Site blocked by IT – Reason: Social Media“. Unverständnis machte sich breit, musste ich doch dieses Konferenzvideo sehen. Also ein zweiter Versuch, schließlich gab es die Charts der Referenten auch auf dem dafür gedachten Dienst „Slideshare“. „Site blocked by IT – Reason: File Sharing“. Das ist bitter. Letztlich konnte ich nur über mein Smartphone an die Informationen gelangen.
Diese Erfahrung, die sich von Praktikum zu Praktikum wiederholt hat und die viele Kommilitonen nur zu gut kennen, ließ mich nachdenken: Was sagen solche Restriktionen über ein Unternehmen aus? Ein Aufruf über Twitter bestätigt die erste Skepsis. „Ich möchte nicht den Mund verboten bekommen, wenn ich irgendwo arbeite“, antwortet ein netzaffiner Kommilitone aus Lingen. Und für eine Darmstädter Studentin müsse „der Job schon sehr, sehr attraktiv sein“, sollte sie auf Social Media verzichten müssen. Hinzu kommen Anekdoten über Konzerne, deren Hochschulmarketing via Twitter rekrutiert, deren frisch geworbene „Young Professionals“ aber ohne solche Tools auskommen sollen.
Ob dieser Probleme mag mancher Vertreter der „Generation Holzmedium“ denken, dass da Internet-Freaks mit illusorischen Ansprüchen nicht wüssten, dass sich die Wirtschaft ihre Trainees noch immer selbst ausgesucht habe. Eine gefährliche Haltung, schließlich sind Digital Natives, also mit dem Internet sozialisierte Menschen, zu gefragten Experten in analog geprägten Unternehmen geworden. Sie drängen auf den Arbeitsmarkt und erwarten genauso wie fairen Lohn ungefiltertes Internet. Demgegenüber stehen, Umfragen zufolge, 40 Prozent der deutschen Firmen, die auf „Sperren“ setzen.
Es gilt also, ein Umfeld zu schaffen, das die Bedürfnisse dieser Generation aufnimmt. Verbote sollten in Zeiten von Social Media-Guidelines, die ja der Sorge vor dem Verlust der „One Voice Policy“ oder vor dem Missbrauch der Social Media entgegenwirken, untersagt werden. Restriktionen sind nämlich das eine. Eine sehr hierarchische, von Unverständnis gegenüber den Chancen des „Social Web“ geprägte Unternehmenskultur, die hinter solchen Verboten vermutet werden darf, das andere. Social Media ist eben mehr als ein Kommunikationskanal. Social Media ist eine Geisteshaltung.
 

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