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News / Optimismus im Osten
Musiker Stefan Michme ist ein Ottostadt-Botschafter der ersten StundeFoto:
17.03.2011   News
Optimismus im Osten
 
Über Sachsen-Anhalt ist gemeinhin wenig bekannt. Dasselbe lässt sich über seine Landeshauptstadt sagen. Dem soll die Dachmarkenkampagne Ottostadt Magdeburg Abhilfe schaffen, die auf Persönlichkeiten und Tradition setzt.
Das Bundesland, in dem man nach eigenem Bekunden früher aufsteht als anderswo (2005 gestartete Kampagne von fischerAppelt), hat es nicht leicht. Ein Schuldenberg von 20 Milliarden Euro drückt Sachsen-Anhalt, die Abwanderung ins frühere Bundesgebiet hält, wenn auch vermindert, an. Mittendrin: Magdeburg, 230.000 Einwohner, der Re-gierungssitz. „Magdeburg, vor noch nicht so langer Zeit Stadt des Schwermaschinenbaus, sucht eine neue Identität“, sagte Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, schon 2006 anlässlich des erstmals dort stattfindenden Deutschen Ärztetages. Und die Stadt hat offenbar tatsächlich mehr zu bieten als es das Erbe des Maschinenbaus vermuten lässt. Sie positioniert sich mittlerweile als ein „moderner Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort“. Seit einem Jahr nun wird ihr Profil durch die Kampagne Ottostadt Magdeburg von Scholz & Friends Agenda kommuniziert. Sie richtet sich an die Einwohner Magdeburgs, an potenzielle Investoren und Touristen.
Es geht um einen höheren Bekanntheitsgrad über die Grenzen Sachsen-Anhalts hinaus, verbunden mit einer Differenzierung gegenüber anderen Landeshauptstädten. Genauso wichtig ist aber das Identifikation stiftende Element der Kampagne: Die Magdeburger sollen sich mit ihr solidarisieren, selbst zu Botschaftern werden. Die Kampagne setzt dafür auf Kaiser Otto den Großen (912-973) und den Erfinder und Naturforscher Otto von Guericke (1602-1686). Sie sind einzigartig, der Rückgriff auf sie soll eine „Otto-Haltung“ in der Bevölkerung etablieren. Das heißt: Die Einwohner sollen Selbstbewusstsein und Zuversicht ausstrahlen.
In der ersten Phase, die sich an die Magdeburger richtet, wurden bereits zahlreiche Instrumente eingesetzt, darunter Events, Werbung, Online-Aktionen unter www.ottostadt.de und natürlich PR-Arbeit, die beispielsweise bei Wettbewerben zum Tragen kommt. Bei „otto sprüht“ wurden jugendliche Sprayer dazu aufgerufen, sich kreativ mit der Kampagne auseinanderzusetzen. Die Gewinner dürfen mit ihren Graffitis bisher freie Wandflächen versehen und tragen damit zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Der Wettbewerb „otto filmt“ wandte sich insbesondere an junge Filmemacher, die in Magdeburg studieren. Die Teilnehmer waren aufgefordert, ihre Ideen und Vorstellungen zum Thema Ottostadt in einen Imagefilm über ihre Stadt einfließen zu lassen.
Zu Beginn der Kampagne wurden fünf bekannte Kinder der Stadt als Testimonial-Geber für die erste Plakatserie gewonnen. Nach weiteren Unterstützern wird Ausschau gehalten. Mehr als 50 Kampagnen-Botschafter wurden bisher als Träger und Unterstützer gewonnen, etwa Dagmar Hase (Schwimmerin) und Robert Stieglitz (Boxweltmeister).
Eine forsa-Umfrage im Oktober ergab, dass mittlerweile fast jeder zweite Magdeburger die Ottostadt-Kampagne kennt. Befragt wurden 500 Personen in Magdeburg ab 14 Jahren. Rund 42 Prozent der Befragten konnten auf die offene Frage nach dem Claim der Stadt Magdeburg die „Ottostadt Magdeburg“ nennen.
Bereits vor dem offiziellen Kampagnenauftakt im Februar war das Medieninteresse hoch. Das Magdeburger Stadtmagazin „DATES“ titelte in seiner Februarausgabe „Magdeburg wird Otto – Alles zum Start der neuen Kampagne“. Und das Kulturmagazin „Kulturfalter“ schrieb „Alles Otto, oder was?“ Ferner widmete sich die Zeitschrift „Wirtschaftsbild“ in ihrer gesamten Ausgabe vom Dezember 2009 dem Wandel Magdeburgs zur Ottostadt Magdeburg.
Die Ereignisse und Aktionen im Rahmen der Ottostadt-Kampagne stoßen auch weiterhin auf große Medienresonanz. Zudem nehmen immer mehr gesellschaftliche und politische Gruppen das neue Kampagnendesign in ihre öffentliche Darstellung auf. Das CD-Manual wurde bereits an hunderte Interessierte versendet. Otto ist mehr und mehr im Stadtbild präsent. Die Kampagnenidee wurde auf vielfältige Weise von den Bürgern umgesetzt und ins eigene Veranstaltungsmanagement eingebaut. Das Ergebnis waren Claims wie „otto tanzt“, „otto feiert feste“, „otto macht musik“ oder „otto blüht auf“.
Vom kommenden Jahr an wird sich die Kampagne an potenzielle Touristen und Investoren aus ganz Deutschland richten. Zum großen Otto-Treffen im Sommer wird für drei Tage in die Ottostadt eingeladen. Auch das Kaiser-Otto-Fest 2011 wird von der Ottostadt Kampagne werblich unterstützt. So wird die Kampagne während der Festtage bei dem überwiegend überregionalen Publikum sichtbar sein.
Erstmals wird es auch einen Reiseführer für die Stadt Magdeburg geben. Im Kampagnenstil gestaltet, ermöglicht der Reiseführer einen Einblick in die Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten der Ottostadt. Zudem sollen eine überregionale Plakatkampagne und die verstärkte Einbindung von Sponsoren dafür sorgen, dass in den kommenden zwei Jahren immer mehr Menschen auf die Ottostadt aufmerksam werden. Weitere Aktionen für 2011 sind derzeit in Planung.(fo)

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