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Die PR-Industrie sucht qualifizierte Mitarbeiter/Foto: obs/Continental AG-Getty Images
17.03.2011   News
Unsicher, aber optimistisch
 
Die erfolgreichsten Agenturen der Welt heißen laut Holmes Report Weber Shandwick, Fleishman-Hillard und Edelman.

Europas Agenturchefs sind sich nicht sicher, wie sich das Potenzial ihrer Branche künftig entfalten wird. Im Vergleich zu ihren Kollegen in den USA und im Asien-Pazifik-Raum sind sie nicht nur weniger op-timistisch. Ihre Zuversicht in das wirtschaftliche Wachstum der PR-Industrie schwindet. Diese Ergebnisse liefert der Holmes Report in seinen Global Rankings 2010. Die globale PR-Wirtschaft musste demnach 2009 einen Rückgang bei den Honorarerträgen von rund 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Sie steht nun bei acht Milliarden US-Dollar und beschäftigte 2009 etwa 55.000 Menschen, die pro Kopf einen durchschnittlichen Honorarertrag von 150.000 US-Dollar erzielten.
Ein Blick auf das weltweite Agenturranking zeigt ein Kopf-an-Kopf-Rennen der drei größten PR- Unternehmen. Laut Holmes Report erwirtschaftete Weber Shandwick Worldwide im vergangenen Jahre 480 Millionen US-Dollar. Damit ist sie zurzeit nach Honorarerträgen die größte Agentur der Welt, gefolgt von Fleishman-Hillard (475 Millionen US-Dollar) und Edelman (448 Millionen).
Auf den fünften Platz des Rankings konnte sich die bis vor wenigen Wochen umbenannte MSL-Group (370 Millionen) verbessern. Der Grund hierfür ist eine Konsolidierung der PR-Einheiten bei der übergeordneten Publicis Groupe. Einen ähnlich Effekt hatte der Zusammenschluss von Ketchum mit der deutschen Omnicom-Tochter Pleon. Ketchum Pleon (325 Millionen) kletterte um einen Platz nach oben auf Rang sechs.
Die Zahlen sind jedoch allesamt mit Vorsicht zu genießen, da die Mehrheit der großen PR-Agenturen bei der Erhebung nicht mitmachen wollte oder konnte. Von den 2.400 angefragten PR-Firmen haben nur rund 300 die nötigen Angaben gemacht. Deshalb greifen die Autoren des Rankings auf alternative Quellen zurück: öffentlich zugängliche Angaben, Insiderinformationen von ehemaligen Mitarbeitern sowie eigene Branchenkenntnisse und -interpretationen. Das Ergebnis bezeichnen sie selbst als Schätzung („best guess“).
Eine dem Ranking beigefügte Umfrage ergab, dass die 320 teilnehmenden Agenturchefs die größten Herausforderungen für künftiges Wachstum in der ökonomischen Situation und in der Rekrutierung von Top-Mitarbeitern sehen. Letzteres ist vor allem bei osteuropäischen Agenturen (58 Prozent) ein dringendes Thema. Das größte Wachstum im kommenden Jahr erwarten rund 54 Prozent der Befragten bei digitaler und Online-Kommunikation. Doch auch Reputationspflege (46) und Consumer Marketing (40) bleiben Wachstumsfelder. (bb) 

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