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04.07.2008   News
Deutsche Autoindustrie in Sommerlaune
 

2007 war für Angela Merkel das Klimajahr. 2008 setzt sie andere Prioritäten. Inflation, Energiepreise und drohender Abschwung beschäftigen die Bürger tagtäglich, der Bundestagswahlkampf 2009 wirft seine Schatten voraus, die Klimakanzlerin war gestern. Dafür entdeckt die deutsche Autolobby jetzt den Kohlendioxid-Ausstoß als Imagefaktor.

Merkels Grußwort zum „Umwelt-Autosommer“, für den der Verband der Automobilindustrie (VDA) alle deutschen Hersteller außer Porsche eingespannt hat, weckt Erinnerungen an ihr grünes Kostüm von Heiligendamm. Im Namen des Lobbyverbands ruft die Kanzlerin noch einmal dazu auf, „bis 2012 die durchschnittlichen CO2-Emissionen auf 120 Gramm pro Kilometer“ zu reduzieren. Eine Marke, die das Kabinett eigentlich aufgegeben hatte, als es sich im Frühjahr von der Reform der Kfz-Steuer auf CO2-Basis verabschiedete. Nur für die EU sind die  120 Gramm noch relevant – in vier Jahren soll der durchschnittliche Flottenausstoß je Hersteller diese Marke nicht mehr überschreiten.
Der VDA, der für die Kampagne Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Smart und Volkswagen erstmals unter dem Markendach „Unsere Autos“ versammelt, hat die Agentur „Zum Goldenen Hirschen“ für klassische Werbung unter Vertrag, We Do aus Berlin hat die Wort-Bild-Marke „Unsere Autos“ entwickelt. Mediapartner ist Springers „Bild“-Gruppe. Deren Links finden sich auf der Kampagnenwebsite www.unsere-autos.de, auf der User sich für eine kostenlose Urlaubsfahrt mit einem von 500 „CO2-armen“ Autos bewerben können. Fünf davon werden später verlost. Der VDA definiert „CO2-arm“ für diesen Zweck mit 140 Gramm pro Kilometer. Ob das runde Dutzend Fahrzeuge aus heimischer Produktion mit einem Kilometerausstoß von unter 120 Gramm – vor allem kompakte Diesel – dem VDA als einziger Preis nicht sexy genug war? (fb)
 

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