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News / S21-Unterbrechung
15.03.2011   News
S21-Unterbrechung
 
Kommunikation ist das Metier der Spitzfindigen. Vor allem wenn es nicht nur um Produkte und Unternehmen geht, sondern um Demokratie und Gerechtigkeit – womöglich in Deutschland. Ja, um Krieg oder Frieden gar, wie die Bilder aus Stuttgart glauben machen.
Kaum hatte sich Heiner Geißler eingeschaltet, ging es plötzlich gar nicht mehr ums große Ganze, sondern darum, ob ein Baustopp ein Baustopp oder eine Bauunterbrechung ist. Und überhaupt: Wird eigentlich schon gebaut, wenn lediglich der Boden für Bauarbeiten vorbereitet wird? Ist „Grundwassermanagement“ schon Bauen? Wenn ein Schlichtungsversuch mit solchen Kommunikationsdefiziten beginnt, lässt das die Erfolgsaussichten erahnen.
Egal, einen Baustopp werde es sowieso nicht geben, beschied klipp und klar Bahnchef Rüdiger Grube. Ministerpräsident Stefan Mappus dagegen scheint sich plötzlich nicht mehr sicher zu sein: Großprojekte seien „künftig“ nicht mehr mit „Basta“-Entscheidungen durchsetzbar. Mangelnde Kommunikation sei die Hauptursache für den Konflikt. Künftig? Also gilt diese Erkenntnis zunächst nicht für den neuen Stuttgarter Bahnhof. Man weiß es nicht genau.
Deswegen gibt es erst mal einen Bahn-Gipfel, auf dem Politik und Bahn unter sich klären, wohin die Reise gehen soll. Im Anschluss daran moderiert Geißler die Schlichtungsgespräche – vor laufender Kamera. Denn wenn schon der Bahn-Gipfel hinter verschlossenen Türen stattfindet, so soll wenigstens die Schlichtung so transparent wie möglich sein. Das fand zumindest der Südwestrundfunk. Am 18. Oktober hatte Intendant Peter Boudgoust dem Schlichter Geißler angeboten, die Gespräche zwischen Befürwortern und Gegnern live im SWR Fernsehen in Baden-Württemberg zu übertragen. Jetzt konnten die Fernsehzuschauer erleben, ob der Zug nach Stuttgart 21 wieder auf das Gleis gesetzt wird. (pb)

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