Please wait...
News / Schlechte Presse für die „Kollegen“
27.06.2008   News
Schlechte Presse für die „Kollegen“
 

„Der Zuwachs von Werbung und von PR im Journalismus ist so etwas ähnliches wie eine Vertrauens-Vernichtungsmaschine“, sagt Thomas Leif. Der Leif, der in dieser Woche von der Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz und vielen anderen für sein ARD-Feature „Quoten, Klicks und Kohle“ scharf kritisiert wurde.

Thema des Beitrags war das Internetangebot der öffentlich-rechtlichen Sender – ein PR-Film für ARD und ZDF, wie viele meinen.
Die Äußerung des SWR-Chefreporters Leif bekamen die Zuschauer des Medienmagazins „Zapp“ am Sonntag zu hören. Es ging um „das miese Image von Journalisten“. Schon die Anmoderation für den Beitrag machte klar, dass sich der Berufsstand längst auf dem Weg zu seinem eigenen Begräbnis befindet: „Unehrlich und unmoralisch sollen wir sein. Zu nah dran an Politik und PR. Zugegeben, da ist was dran.“ Über die Boulevardpresse wurden ein paar Worte verloren, über die Hauptstadt-Journalisten und auch über die Reisejournalisten: „Nur wenige Reiseberichte sind noch unabhängig recherchiert. Die meisten sind finanziert von den Reiseveranstaltern.“
Damit nicht genug: Auch Modemedien und Videospielfachpresse bekamen dieser Tage ihr Fett weg – allerdings bei anderer Gelegenheit. Christian Krug, Ex-Chefredakteur der mittlerweile eingestellten Zeitschrift „Max“, berichtete im „Spiegel“ von seinen Erfahrungen im Modejournalismus, der „mit kritischer Unabhängigkeit so viel gemein hat wie Rudis Reste Rampe mit Prada“. Und der Computerspiele-Hersteller Atari wurde als ein Unternehmen enttarnt, das juristisch gegen redaktionelle Unabhängigkeit vorgehen wollte.
Steht es wirklich so schlecht um den Journalismus, wie Journalisten behaupten, sollte das auch PR-Leuten Anlass zur Sorge sein. (fo)

Magazin & Werkstatt