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News / Drahtlos im Selbstversuch – Wie wir den Alltag ohne Handy und Internet bestehen
Christoph Koch: Ich bin dann mal offline, blanvalet, ISBN: 978-3-7645-0374-1, 271 Seiten, 12,95 €
15.03.2011   News
Drahtlos im Selbstversuch – Wie wir den Alltag ohne Handy und Internet bestehen
 
So weit ist es also schon mit uns gekommen. Gerade einmal 15 Jahre jung ist das Internet für jedermann – und die Nutzer haben das Bedürfnis auszusteigen, einfach mal off-line zu gehen. Und dennoch: „Wer sich aus dem ihm vertraut gewordenen Internet ausklinkt, fühlt sich eines Sinnes beraubt. Es fehlt etwas. Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, etwas zu verpassen, die Welt nicht mehr in ihrer Ganzheit zu begreifen“, schreibt Christoph Koch in seinem Selbsterfahrungsbuch und Ratgeber Ich bin dann mal offline.
Nicht alle Leser werden sich in den Erzählungen Kochs wiederfinden. Längst ist nicht jeder von berufswegen oder privat mit einem Smartphone „always on“ und braucht eine Internet-Auszeit, wie sie sich Koch 40 Tage lang verschrieben hat. Trotzdem werden sie einiges über ihre Mitmenschen lernen, vor allem über männliche Freiberufler in den 30ern, über ihr Medienverhalten und ihr Lebensgefühl. Koch serviert eine Mischung aus persönlichen Anekdoten und aktuellen Studienergebnissen. Seine Schilderungen reichen von amüsant/banal bis hin zu hintergründig/genial. Gerade das macht das Buch so lesenswert: Es ist mit Liebe zum Detail geschrieben. Es versammelt wissenschaftliche Erkenntnisse zu Internetsucht und Cyber-Freundschaften, knüpft an Traditionen an wie den Sabbath oder das weitgehend technikfreie Leben der Amish. Und es präsentiert populäre Meinungen wie Clay Shirkys „Es gibt kein Zuviel an Informationen, es gibt nur schlechte Filter“ oder 14 Dinge, die das Handy auf dem Gewissen hat. Kochs Experiment zeigt: Es geht nicht mit, es geht auch nicht ohne das Internet. Aber, wie sehr es unser Leben bestimmt, sollten immer noch wir selbst entscheiden. (bb)

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