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30.05.2008   News
Regionale Klopapier-Vorlieben im Orbit
 

Der Mensch schafft es, in der Raumstation ISS um Mutter Erde zu kreisen – und dann ist das Klo kaputt. Was zuerst lustig klingt, ist eine ernste Sache.

„Für uns hat eine funktionierende Toilette absolute Priorität“, sagte der für die für die Beladung der „Discovery“ zuständige Nasa-Manager Scott Higginbotham und lud kurzerhand Ersatzteile für den Sauerstoffgenerator aus der Fähre, die sich morgen auf den Weg zur Raumstation machen soll. Stattdessen wird eine neue Klopumpe mit ins All genommen.
Im Gegensatz zur interstellaren Nahrungsaufnahme war der Stuhlgang im Orbit nie ein öffentliches Thema. Die ISS-Toilette machte auf aktuellen Abbildungen in der Tagespresse einen handelsüblichen Eindruck. Es gibt Schüssel und Deckel wie bei uns Erdenmenschen – wie sich das mit der Schwerelosigkeit verträgt, wird dabei nicht ersichtlich.
Ist auch nicht so wichtig. Wichtiger ist das Klopapier. Denn schließlich handelt es sich um eine internationale Raumstation, in der unterschiedliche Kulturen aufeinander prallen. Besorgniserregend, denn Procter & Gamble schickte für seine Klopapiermarke Charmin Umfrageergebnisse über den Medienverteiler, die besagen, dass es bereits regional eklatante Unterschiede bei den Vorlieben bezüglich des Klopapiers gibt. Das Ergebnis lautet zusammengefasst: Im Norden mag man es eher sanft am Popo, in Sachsen-Anhalt mag man’s sparsam, in Thüringen ist Saugstärke Trumpf, und die Saarländer setzen auf Sicherheit – was auch immer das in diesem Zusammenhang bedeuten mag.
Vermutlich ist der Sicherheitsaspekt derjenige, der auch Astronauten besonders interessiert, die in 400 Kilometern Höhe die Erde umkreisen. Vorausgesetzt, der morgige „Discovery“-Start wird nicht verschoben. Denn dann tritt die Frage nach dem richtigen Klopapier in den Hintergrund – wo sie im Allgemeinen auch hingehört. (pb)

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