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News / Der Ruf Südafrikas
Begeisterte Südafrika-Reisende, die als Tourismusbotschafter in ihre Heimatländer zurückkehren
15.03.2011   News
Der Ruf Südafrikas
 
Touristen in ferne Länder zu Großereignissen zu locken ist nicht leicht. Umso schwieriger ist es, wenn die Region trotz schlechter Presse dauerhaft – nicht nur während einer Fußball-WM – als Urlaubsziel etabliert werden soll.
Im Reisen sind die Deutschen nach wie vor Weltmeister. Nur ändern sich ihre Vorlieben von Zeit zu Zeit. Zuletzt standen Ägypten und Spanien hoch im Kurs, Südafrika hingegen besuchten immer weniger Bundesbürger: Die Kriminalität sei ihnen zu hoch und die Sorge um die persönliche Sicherheit zu groß. Die Fußballweltmeisterschaft für den Tourismus zu nutzen ist dem Gastgeberland wegen der strengen Marketingbestimmungen der Fifa nicht ohne Weiteres möglich gewesen. So betraute South African Tourism Kleber PR Network mit der Aufgabe, vermehrt reiselustige Deutsche ins Land zu locken. Die Agentur aus Frankfurt setzte sich bereits 2008 mit dem damals noch neuen Kommunikationschef der Fifa, Hans Klaus, der im Jahr darauf von Nicolas Maingot abgelöst wurde, zusammen. Bis zuletzt stand Kleber PR in intensivem Kontakt mit dem Weltfußballverband, um über alle Aktivitäten auf dem Laufenden zu bleiben – eine kommunikative Gratwanderung zwischen der Vermittlung touristischer Aspekte und der Abgrenzung zum Veranstalter des Turniers.
Ein wesentlicher Teil der Kampagnenstrategie war die Zusammenarbeit mit Sponsoren der Fifa. Hierzu zählten zum Beispiel Gewinnspielaktionen mit Coca-Cola und Continental oder auch die Kooperation mit den vier von der Fifa lizenzierten Reiseveranstaltern, die Reisepakete inklusive WM-Ticket anboten. Darüber hinaus hat das in der Tourismusbranche zu den führenden PR-Agenturen zählende Unternehmen unter der Geschäftsführerin und Inhaberin Hanna Kleber mit dem DFB, mit Marken wie VW und Panasonic und nicht zuletzt mit dem South African Police Service zusammengearbeitet.
Bei der Ansprache der Reiseinter-essierten setzte Kleber PR vor allem auf persönliche Empfehlungen; auf klassische Anzeigen wurde weitgehend verzichtet. Diverse Prominente wie Claudia Roth, Jette Joop, Alfons Schuhbeck, Desmond Tutu, Stefan Aust, Oliver Pocher und Joachim Löw erzählten, was sie mit dem Land verbindet. Ihre Erlebnisse und Eindrücke finden sich in Form von Statements oder Videos auf der Homepage der Tourismusbehörde. Da ihnen das Land ein persönliches Anliegen ist, engagierten sie sich ohne finanzielle Gegenleistung.
Auch nicht-prominente Südafrika-Fans berichten auf www.dein.suedafrika.de – der deutschen Homepage von South African Tourism – von ihren Reiseeindrücken. Die Sammlung von Fotos, Videos und Texten der „Südafrika-Fan-Mannschaft“ – insgesamt 90 Beiträge von Prominenten und knapp 2.000 von „Otto Normalverbraucher“ – ist als interaktives Mosaik gestaltet, dessen ansprechendes Motiv für Marketingzwecke weiterverwendet wurde.
Mundpropaganda ist nicht nur kostengünstig, sondern als Instrument in diesem Fall besonders gut geeignet, weil es Vertrauen schafft und den speziell bei deutschen Urlaubern relevanten Sicherheitsbedenken entgegenwirkt.
Insgesamt konnte so ein buntes Bild von dem Land und seiner Gastfreundschaft gezeichnet werden, das allem Anschein nach überzeugte und begeisterte. Denn tatsächlich reisten von Januar bis März 2010 mit 65.282 Besuchern 12,9 Prozent mehr Deutsche in die Republik Südafrika ein als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt Deutschland wieder auf Platz zwei, hinter Großbritannien mit 132.607 Besuchern und vor den USA mit 52.396 Touristen. Auch die Berichterstattung war im ersten Halbjahr 2010 positiver als im Jahr zuvor, die kritischen Stimmen nahmen der Auswertung von Kleber PR zufolge ab. Dabei thematisierten die Berichte nicht nur das Sportereignis, sondern auch touristische Aspekte.
Rundum ein Erfolg, könnte man meinen. Einzig Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke sah das anders. Gegenüber dem „Handelsblatt“ kritisierte er „die Medien“, die vieles getan hätten, „um die Menschen davon abzuhalten, nach Südafrika zu fliegen“. Besonders in Deutschland habe man gegen die WM in Südafrika gearbeitet, sagte Valcke – um dann doch noch einen Besucher- erfolg zu vermelden. (ik)
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