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News / Regierungsstempel für die Nachhaltigkeit
09.05.2008   News
Regierungsstempel für die Nachhaltigkeit
 

„Ich kann mir vorstellen, dass wir so etwas wie eine Positivliste, eine Plattform, ein Forum einführen und ein Markenzeichen etablieren, das Unternehmen verwenden können, (die) sich auf einen Verhaltenskodex verpflichten.“

Der Begriff „Positivliste“ wird gern in Verbindung mit dem Wort „Arzneimittel“ gebraucht, der Satz stammt jedoch nicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, sondern von ihrem Kollegen Bundesarbeitsminister Olaf Scholz. Seinem Ressort obliegt seit Juni 2006 die Zuständigkeit für das Thema Corporate Social Responsibility (CSR). Also veranstaltete sein Haus zu dem Thema, das sonst niemand haben wollte, eine Konferenz unter dem Titel „Unternehmen in Verantwortung – Ein Gewinn für alle“. Mit seiner Gastgeber-Rede sorgte der Minister, wenn auch nicht für ungeteilte Freude, so doch zumindest für Aufmerksamkeit.
Die Entwicklung eines CSR-Labels ist zwar kein neuer Gedanke, macht aber deshalb noch lange keinen Sinn. Skepsis habe nach Scholz’ Ankündigung vorwiegend geherrscht, berichten Konferenzteilnehmer. Weniger deshalb, weil es künftig nur ein Prüfsiegel mehr in der Flut der Prüfsiegel wäre (siehe auch „Das große Moral-Monopoly“ im aktuellen „Spiegel“). Eher darum, weil sich schon ganz andere die Zähne daran ausgebissen haben, vernünftige und messbare Kriterien für ein aussagekräftiges CSR-Siegel zu entwickeln, und weil sich freiwillige gesellschaftliche Verantwortung nun mal keinen Normen unterwerfen lässt. Ganz zu schweigen von den Kosten für den Launch eines ernst gemeinten Gütezeichens – Kommunikationsexperten würden sich begeistert die Hände reiben.
Spannend wird zunächst einmal sein, wen Scholz in den von ihm angekündigten „UnternehmensWerte-Beirat“ berufen wird – und wer bereit sein wird, diesem Ruf zu folgen. (fo)

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