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News / Suche nach dem richtigen Dreh
15.03.2011   News
Suche nach dem richtigen Dreh
 
Öffentlichkeitsarbeit ist umso erfolgreicher, je weniger man sie bewusst wahrnimmt. Das nutzen politische und wirtschaftliche Eliten, um demokratische Prozesse in ihrem Sinne zu steuern. In diesem Kontext hat sich auch hierzulande der Begriff „Spin Doctor“ etabliert, eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung für einen Medien-, Image- oder politischen Berater. Das Etikett wird von Journalisten besonders im Bereich der Politik, regelmäßig aber auch in der Wirtschaftsberichterstattung benutzt und hat einen abwertenden Unterton. Denn im „Spin Doctor“ schwingt mit, dass der Betreffende Ereignisse, deren Wahrnehmung und Darstellung mit dem richtigen Dreh („spin“) versieht, also bewusst manipuliert. Die Berater selbst verwehren sich gegen eine solche, aus ihrer Sicht verzerrte Interpretation ihrer Tätigkeit und weisen diese Berufsbezeichnung kategorisch zurück. Tatsächlich jedoch besteht ein Teil ihrer Arbeit darin, Märkte mit den „richtigen“ Informationen zu versorgen, ihre Auftraggeber ins rechte Licht zu rücken und Unternehmensprozesse wahlweise zu beschleunigen oder zu behindern. Das gelingt vor allem über inszenierte Öffentlichkeit – etwa durch Bildretuschen oder arrangierte Fototermine – und ein aktives Agenda-Setting in den Medien. Bisweilen werden auch gezielt Indiskretionen über laufende Deals oder handelnde Personen gestreut.

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