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News / Fax, Lügen und Videos
Neue Überwachungsaufnahmen aufgetaucht: „PR-Schattenmann“ Norbert E. kürzlich zu Besuch beim PR Report in Hamburg
15.03.2011   News
Fax, Lügen und Videos
 
Anmerkung der Redaktion:
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat das Ermittlungsverfahren gegen Norbert Essing im März 2011 gemäß § 153a StPO ohne Schuldvorwurf eingestellt.

Anfang Juli berichtete der „Spiegel“ über neue Dokumente und belastende Aussagen gegen den Kommunikationsberater Norbert Essing, die den Rechtsstreit mit Unternehmer und Exklient Harald Christ in anderem Licht erscheinen lassen. Christ und der „PR-Schattenmann“ („Spiegel“) hatten im Frühjahr gegenseitig Strafanzeige, unter anderem wegen Verleumdung, gestellt. Hintergrund ist ein angeblich von Essing am 26. Februar 2008 um 12.15 Uhr vom Autobahnrasthof Nievenheim West in der Nähe von Düsseldorf anonym verschicktes Telefax an die WestLB-Tochter Weberbank, damals Christs Arbeitgeber. Wer immer auch tatsächlich der Absender war, er bezichtigte Christ mit dem Pamphlet indirekt der Pädophilie.
Der Betroffene behauptet, dies sei die Rache Essings dafür gewesen, dass Christ zuvor dem nachdrücklichen Werben des Beraters um einen neuen Vertrag nicht nachgegeben habe. Bis dato stand in dem Ermittlungsverfahren trotz scheinbar erdrückender Indizien in Form von Videoaufnahmen der Überwachungskameras Aussage gegen Aussage. Doch Essings Theorie von einem Komplott gegen ihn, die er im persönlichen Gespräch durchaus glaubhaft rüber-bringt, wurde durch neue Details in dem Fall erschüttert. Demnach will ein Augenzeuge ihn dabei beobachtet haben, wie er nicht nur besagtes Fax an die Weberbank, sondern außerdem ein zweites an das Finanzamt Bochum, Referat für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung, verschickt hat. Zielperson: der Stuttgarter Anwalt Brun-Hagen Hennerkes.
Dieser Augenzeuge ist nicht nur – wie Essing selbst – ebenfalls auf besagtem Videoband vom 26. Februar 2008 zu erkennen, sondern kann die fraglichen Telefaxe sogar vorweisen. Essing soll sie nach dem Versand zerrissen und in den Papierkorb jener Tankstelle geworfen haben. Sein Rechtsbeistand Norbert Gatzweiler betrachtet das Ganze als „inszenierte Geschichte, um meinen Mandanten zu diskreditieren“.
Außenstehenden stellt sich die Frage, wer hier gegen wen intrigiert. Handelt es sich tatsächlich um ein Komplott, wie von Essing behauptet? Oder kommen nun dessen Geschäftsgebaren ans Tageslicht? Wie dem auch sei, der neue Verdacht trägt jedenfalls nicht zur Ehrenrettung eines Mannes bei, der seiner Zunft damit einen Bärendienst erweist. (pey/sv)

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