Please wait...
News / Agenturen in der Schusslinie
30.04.2008   News
Agenturen in der Schusslinie
 

Die Agentur PRint heißt jetzt Print Communication Consultants und wartet mit „neuen Leistungsbereichen und hochkarätigen Neuzugängen“ auf. Frisch im Programm sind Public Affairs unter Führung von Ex-Hill & Knowlton-Frau Anja Schlicht. Zwei Kunden betreue Print auf diesem Gebiet, ist zu erfahren – doch welche das sind, das dürfe man nicht verraten. Die Geheimniskrämerei der Kunden ist ein Ärgernis für Agenturen, die sich gerne mit namhaften Auftraggebern schmücken möchten. Künftig sollte man jedoch genau abwägen, mit welchen Auftraggebern man sich brüsten möchte. Denn NGOs nehmen nicht nur diese ins Fadenkreuz, sondern auch ihre Helfershelfer.

In der Kritik stehen beispielsweise Agenturen, die Chinas Politik unterstützen (PRR-NL vom 11. April 2008) sowie aktuell Lexis PR, JCPR und Ogilvy, die in Großbritannien die Unilever-Marke Dove betreuen.
Unilever ist Großabnehmer von Palmöl, für dessen Produktion Regenwald gerodet wird. Die Marke Dove ist sehr präsent. Deswegen ist das Unternehmen beliebtes Ziel von Greenpeace. Öko-Rebellen, verkleidet in Orang-Utan-Kostümen, erklommen kürzlich die Londoner Konzernzentrale, und das Greenpeace-Video „Dove Onslaught(er)“ hat als Teil der Kampagne auf Youtube fast eine Viertelmillion User erreicht. Auch die drei PR-Firmen bekamen Besuch von verkleideten Aktivisten, die sie aufforderten, den Beratungsdruck auf ihren Kunden zu erhöhen, sich stärker für eine nachhaltige Palmöl-Produktion einzusetzen. Mit dem WWF hatte Unilever 2004 zwar „Roundtable on Sustainable Palmoil“ gegründet – doch die Abholzung nimmt zu.
Nur Lexis PR hat sich zu dem Vorfall geäußert: Statt unaufgefordert in der Agentur aufzutauchen, wäre es der Lexis-CEO Margot Raggett lieber gewesen, man hätte einen Termin vereinbart. (fo/pb)
 

Newsletter

Sie wollen immer auf dem Laufenden sein?

Magazin & Werkstatt