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News / Im Dienste Olympias
Gerd Graus
25.04.2008   News
Im Dienste Olympias
 

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) rückt im Vorfeld der Spiele von Peking ins öffentliche Interesse. Gerd Graus ist der PR-Chef des DOSB. Von Frank Behrens

Den Col du Tourmalet hat Gerd Graus schon bezwungen. „Das ist nichts Besonderes“, relativiert der PR-Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), „das machen viele Freizeitfahrer.“ Das Radfahren, das sei eigentlich „sein Sport“, sagt der 48-Jährige, ambitioniert sei er schon, habe aber nie Rennen gefahren: „Die sind nicht ungefährlich. Ich bin immer schön mit Freunden Rad gefahren.“
Der sagenumwobene Pyrenäenpass, regelmäßig Teil von Etappen der Tour de France, ist mit seinen 2.114 Metern über Normalnull ohne Frage einer der Höhepunkte in Graus’ Radfahrerleben. Auch sein Berufsleben ist nicht arm an Höhepunkten. „Der Job als Sprecher von Hertha BSC direkt nach dem Wiederaufstieg 1997/98 war schon klasse“, sagt Graus. Das ist so etwas wie seine Standardantwort auf die Standardfrage („Das fragen alle“) nach dem vermeintlichen wirklichen Höhepunkt: Von 2001 bis 2006 war der gebürtige Saarländer Pressesprecher des Organisationskomitees der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. „Herr Niersbach hatte mich gefragt, ob ich das machen will“, sagt Graus, der damals als Pressereferent beim DFB arbeitete.
„Ich wollte immer was mit Sport machen“, erinnert sich Graus, „und eigentlich wollte ich Sportjournalist werden.“ 1981 schreibt sich der 22-Jährige an der FU Berlin ein. Er studiert die Fächer Publizistik, Sport und Politik. „Ich habe dort gemeinsam mit Norbert König (dem ZDF-Sportmoderator, fb) studiert, der hat aber anders als ich seinen Abschluss gemacht.“ Graus arbeitet frei unter anderem beim Privatradio „Havelwelle“, aber auch für dpa und „Tagesspiegel“, macht ein Volontariat beim „Volksblatt“ und kommt so vom Ziel Magister  ab. „Leider“, sagt er im Rückblick, „aber gebraucht habe ich den als Journalist nicht.“ Graus arbeitet in der Folge, ab 1989, als Sportjournalist für den Sport-Informationsdienst (sid), später für Sport1. Bis Hertha ruft, reist Graus als Reporter zu Olympischen Spielen und zur Tour de France. Höhepunkte auch das.
Beim DOSB ist er seit November 2006. „Thomas Bach und Michael Vesper haben mich gefragt, ob ich den Job machen will“, sagt Graus, „Bach kannte mich schon vom WM-OK, er war im Kuratorium.“ Es sei jemand gesucht worden, der von außen, also nicht von den Fusionspartnern des DOSB, dem NOK und dem Deutschen Sportbund, kommt.
Freizeit bleibt dem DOSB-Pressechef derzeit kaum. Er lebt mit seiner Partnerin in Mainz, fährt morgens sehr früh mit dem Auto ins Frankfurter Büro, um den Staus im Rhein-Main-Gebiet und den Journalisten zu entgehen: „Wenn ich um sieben am Arbeitsplatz bin, habe ich noch etwas Zeit, Konzeptionelles zu erledigen, bevor die Journalisten anrufen“, sagt er verschmitzt. Und die rufen nun, im Vorfeld der umstrittenen Spiele von Peking, reichlich an. „Die Situation ist extrem aufgeheizt.“ Neben diesem täglichen Geschäft soll der DOSB im Land auch noch bekannt gemacht werden. „Das geht weit über Pressearbeit hinaus“, sagt Graus, der von einem Dachmarkenkonzept und interner Kommunikation spricht. Nach zwölf Stunden verlässt Graus seinen Arbeitsplatz wieder und fährt zurück nach Mainz.
 

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