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24.04.2008   News
Eine private Initiative
 

Die „Koalition Pro Patienteninformation“ setzte sich im vergangenen Jahr in Berlin und Brüssel dafür ein, dass künftig auch für verschreibungspflichtige Medikamente geworben werden darf. Das Argument: Der Patient habe ein Recht auf Information. Die „Koalition“ kostete ihren Initiator, den Berliner Politikberater Jan Burdinski (ipas-institut, politische analysen und strategie), jetzt seine Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung (degepol). Der Vorwurf: mangelnde Transparenz.

Konkret zum Vorwurf gemacht wird Burdinski ein Verstoß gegen Paragraph 3 IV 3 der degepol-Vereinssatzung, nach dem die Mitglieder bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit den Namen ihres Auftraggebers bekannt geben müssen.
Der degepol-Ethikbeauftragte Heiko Kretschmer führt zum Beleg Burdinskis widersprüchliche Aussagen zur Finanzierung der Initiative an. Denn zunächst hatte der behauptet, hinter der „Koalition“ stünden Patientenverbände. Nachdem die das abgestritten hatten, behauptete der 38-Jährige, die Kampagne aus privatem Interesse an Gesundheitspolitik zu betreiben. Das trug ihm bereits im Dezember vergangenen Jahres eine Rüge des DRPR und einen wenig schmeichelhaften Bericht in der Illustrierten „stern“ ein („Scheinbar im Namen der Patienten“). „Die Widersprüche hat Herr Burdinski in der mündlichen Verhandlung nicht ausräumen können“, sagt Kretschmer. Im Gegenteil habe er den Eindruck verstärkt, nicht von seiner Linie abrücken zu wollen.
Burdinski selbst ist „überrascht“ von seinem Ausschluss aus der degepol. Er habe sich nichts vorzuwerfen. Und:  „Mir konnte kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Die Koalition war eine private Initiative von mir ohne Auftraggeber.“ Und er fügt hinzu: „Grundsätzlich genießen meine Kunden und auch Partner absoluten Vertrauensschutz. Loyalität ihnen gegenüber ist mir wichtiger als eine Mitgliedschaft.“ (fb)

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