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News / Espresso, Katzen und mysteriöse Tode unter Bayerns Werbern
Ono Mothwurf, Werbevoodoo, Gmeiner-Verlag, Meßkirch, ISBN: 978-3-839-210338,276 Seiten, 9,90 Euro
14.03.2011   News
Espresso, Katzen und mysteriöse Tode unter Bayerns Werbern
 
Es gibt Krimis, die spielen im Journalistenmilieu, andere spielen unter Rechtsmedizinern, in England oder in Schweden. Nun gibt es auch einen Krimi, der in der Werberszene spielt, noch dazu im oberbayerischen Alpenvorland. Ono Mothwurf hat nach seinem Erstling Taubendreck im vergangenen Jahr Werbevoodoo geschrieben. Die Hauptperson beider Romane, Thomas Wondrak, Kriminalhauptkommissar aus Fürstenfeldbruck, weist eindeutige biographische Parallelen zum Autoren auf: ungefähr Mitte vierzig, österreichische Wurzeln, Wohnsitz „am Land“ außerhalb Münchens, eine Vorliebe für Katzen und Espresso aus seiner Faema E61 Baujahr 1968. Nur Art-Director ist Wondrak nicht.
Der Espresso ist es am Ende, der die von Wondrak Verhörten auf seine Weise weichklopft. Schließlich hat Wondrak einen Ruf zu verlieren, den des erfolgreichsten bayrischen Ermittlers nämlich.
Auch einige Mitarbeiter der Starnberger Werbeagentur SCP dürfen sich den Kaffee des Kommissars schmecken lassen. Denn schließlich hat der eine Serie mysteriöser Tode zu klären. Ob der Espresso allen bekommt, kann man bei Mothwurf nachlesen.
Der 47-jährige gebürtige Oberösterreicher und Wahlbayer hat mit Wondrak eine Figur geschaffen, die das Zeug zum Kultkommissar hat, an manchen Stellen scheinen Wortgewalt, Witz und auch etwas Zeitkritik auf. Etwa wenn Mothwurf schildert, dass die (fast) unbezahlten Praktikanten eigentlich diejenigen seien, die die echte „Kreativität“ der Werbeszene ausmachten und deren Ausbeutung somit System hatte.
Vielleicht rückt Kriminalhauptkommissar Wondrak demnächst auch der PR-Szene mit seiner Faema zu Leibe. Wir dürfen gespannt sein. (fb)

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