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News / Das Handy liest dem Nutzer die Karten
Heiko Lammers verantwortet als Unit-Leiter bei Faktor 3 die Bereiche Online und Telekommunikation und ist Mitglied des hightech presseclub Hamburg. Kontakt: h.lammers@faktor3.de, www.linkedin.com/in/heikolammers
14.03.2011   News
Das Handy liest dem Nutzer die Karten
 
1, 2, 3 – fertig! So einfach zieht unsere Empfangs- dame eine Kunden-Visitenkarte nach der anderen durch den Scanner, lässt automatisch die Texterkennungssoftware (OCR) darüberlaufen und legt die digitalen Datensätze dann im Outlook-Kontaktordner ab. Nur leider ist nicht nur die Kollegin, sondern auch der entsprechende Scanner fest an den Empfangsplatz gebunden. In meinem Büro oder gar unterwegs hilft mir diese Lösung wenig. Da müsste doch auch mobil über das iPhone etwas gehen?!
Und richtig, im Apple Store gibt es gleich zwei viel versprechende Problemlöser: den Cardreader – immerhin mehrfach in den Fachmedien ausgezeichnet – und „WorldCard Mobile“. Erste Einstiegshürde jedoch: Beide Versionen sind kostenpflichtig. Den Entwicklern sei ihr Honorar definitiv gegönnt, aber zwischen vier und acht Euro für eine Anwendung auszugeben, ohne diese im Vorfeld auf dem eigenen Gerät testen zu können, ist schon ein Lotteriespiel – wenn auch nur mit einem geringen Einsatz.
Mein Test des Cardreader auf einem iPhone 3G endet dann auch fast ohne jede Texterkennung im Desaster. Mit seiner starren Fotolinse kommt das 3G einfach nicht scharf genug an die kleinen Karten heran. Glaubt man jedoch den zahlreichen positiven Nutzer-Bewertungen des Cardreader und des WorldCard Mobile, halten beide Zusatzprogramme ihr Versprechen durchaus ein – vorausgesetzt man verfügt über ein iPhone der Generation 3GS mit integriertem Autofokus. Und tatsächlich: Damit lassen sich die Visitenkarten aus kurzer Distanz und in ausreichender Schärfe fotografieren. Anschließend liest die OCR-Software die Textfelder aus und weist die Ergebnisse den entsprechenden Adressfeldern zu. Ein weiterer Klick und der neue Kontakt wird ins iPhone übernommen. Selbstverständlich erlauben beide Lösungen eine individuelle Überarbeitung der Datensätze. So können auch einzelne Erkennungsfehler nachgebessert werden. Beim Cardreader ist zusätzlich ein Abgleich mit bereits bestehenden Kontakten möglich.
Fazit: Alleskönner mit einer hundertprozentigen Trefferquote sind beide Apps nicht, aber einen Großteil des mühsamen Abtippens können sie dem Nutzer abnehmen. Auf fein justierende Handarbeit wird aber selten zu verzichten sein, sei es durch schlechte Beleuchtung, zu kleine Schrift oder auch durch zu kreative Gestaltung auf der Visitenkarte.
 

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