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News / Chronik der asse
14.03.2011   News
Chronik der asse
 
Die Asse ist ein etwa sechs Kilometer langer und zwei Kilometer breiter Höhenzug im Landkreis Wolfenbüttel im südöstlichen Niedersachsen. Durchschnittlich ist die Asse 200 Meter hoch, womit sie die Umgebung um etwa 100 Meter überragt. Die höchste Erhebung ist mit 234 Metern die Remlinger Herse. Vor fast genau 100 Jahren begann man mit dem bergmännischen Salzabbau in der Asse.
1909 Beginn des Abbaus von Carmalit, eines Kalisalzes
1916 Es wird mit der Förderung von Steinsalz begonnen
1925 Ende des Carmalit-Abbaus
1964 Ende der Steinsalz-Förderung. Anders als am Ende des Carmalit-Abbaus wurden die durch die Steinsalz-Gewinnung entstandenen Hohlräume nicht verfüllt 1965 Das Bundesforschungsministerium beauftragt die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF, seit 2008 Helmholtz-Zentrum) mit der Prüfung des stillgelegten Asse-Bergwerks auf die Eignung zur Einlagerung radioaktiver Abfälle; das GSF hatte die Anlage dafür von der Wintershall AG erworben
1967 Die Versuchseinlagerung radioaktiver Abfälle beginnt; ab 1968 ist die Asse faktisch Endlager für einen Großteil des schwach- und mittelradioaktiven Abfalls der Bundesrepublik
1976 Als Voraussetzung für die Endlagerung radioaktiver Abfälle war nun ein atomrechtliches Planfeststellungsverfahren vorgeschrieben. Grundlage für den Betrieb der Asse blieb aber weiterhin das Bergrecht
1978 Stopp der Einlagerung. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 126.000 Fässer radioaktiven Abfalls im Bergwerk eingelagert worden. Die schwachradioaktiven Abfälle befinden sich in zwölf Kammern in 725 bis 750 Metern Tiefe, die mittelradio- aktiven in einer Kammer in 511 Metern Tiefe
Ab 1979 dient die Asse als Forschungsanlage für das geplante End- lager Gorleben; 1995 wird der Forschungsbetrieb der GSF eingestellt
1988 Die Betreibergesellschaft registriert Laugenzufluss in das Atommülllager; bis 1997 wird dies jedoch von der Bundes- regierung vertuscht, erst 1998 macht das Land Niedersachsen das Problem bekannt
2008 Nachdem durch Medienberichte und eine Anfrage der Land-
tagsabgeordneten Christel Wegner (DKP) der Laugenzufluss im Sommer publik wird, beschließen Bundesforschungs- und Bundesumwelt ministerium, die Asse fortan unter Atomrecht zu stellen. Damit ist eine Beteiligung der Öffentlichkeit an der Schlie ßung zwingend erforderlich. Die Zuständigkeit für die Anlage wird mit Wirkung zum 1. Januar 2009 vom Münchner Helm holtz-Zentrum auf das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter übertragen
2009 Ein Untersuchungsausschuss im niedersächsischen Landtag nimmt seine Arbeit zum Thema auf; das BfS eröffnet ein Infocenter zur Asse
2010 Im Januar gibt das BfS bekannt, die radioaktiven Abfälle aus
der Asse zurückholen zu wollen. Die Optionen Vollverfüllung
und Umlagerung wurden verworfen. Rückholung heißt laut
BfS: „Die radioaktiven Abfälle werden aus der Asse II rückgeholt.
Dafür werden die Fässer zunächst aus den Kammern geborgen
und für den Transport umverpackt. Durch den Schacht werden
die Abfälle nach oben gebracht und zu einem Zwischenlager
weitertransportiert. Für die spätere Endlagerung müssen die
rückgeholten Abfälle konditioniert, das heißt endlagergerecht
verpackt werden.“
Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz, Koordinationskreis Asse II, Wikipedia
 

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