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26.03.2008   News
Im Profil: Gregor Hoffmann
 

Firmen in öffentlicher Hand stehen meist unter schärferer Beobachtung als private. Das gilt auch für die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft.

Im ersten Augenblick war Gregor Hoffmann gar nicht so recht klar, warum die Aktion, Senioren die Stadt Leipzig schmackhaft zu machen, so viel Staub aufwirbelte. Sie ist nur ein Baustein im Kommunikationskonzept der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft (LWB). Das beruht auf der Idee, statt – wie üblich – den Wohnraum zu bewerben, die Lebenssituation der Menschen zum Ausgangspunkt zu nehmen. Daraus sind beispielsweise das „Wurstpaket von Mutti“ (Azubis können Geld sparen, wenn sie eine WG bilden) und die „Streitwohnung“ (eine vorübergehende Bleibe, wenn es in der Beziehung nicht funktioniert) entstanden. Und darauf geht auch die Kampagne zurück, ältere Menschen in Frankfurt und drei NRW-Städten für Leipzig zu begeistern („Gegen Mangel im Alter!“). „Die Medien haben daraus die Geschichte ,Ossis wildern im Westen’ gestrickt“, sagt Hoffmann. Ein Gedanke, auf den er anfangs nicht gekommen wäre. Die Journalisten aus dem Westen der Republik wiederum wollten dann LWB-Seniorenwohnungen besichtigen und begriffen zunächst nicht, dass hier die Lebensqualität der Stadt und vor allem ihre günstigen Mieten beworben wurden, nicht etwa Spezialwohnraum für Rentner.

Die Medienresonanz auf diese Kampagne, insbesondere aber die Berichterstattung über jene sächsische „Korruptionsaffäre“ im Sommer 2007 , die sich schließlich auf die „so genannte Akten-Affäre“ reduzierte, haben Hoffmann in seiner Auffassung bestätigt, dass der partnerschaftliche Ansatz zwischen PR-Leuten und Medienschaffenden nicht funktioniert. „Wir ziehen nicht am selben Strang“, sagt der 45-Jährige. Nach dem Motto: Lieber einen guten Freund verlieren als eine gute Story gäbe es im Fall des Falles unterschiedliche Interessen. „Mir geht es vor allem darum, Berechenbarkeit herzustellen.“

Hoffmann gehört als Pressesprecher zu einem vierköpfigen PR-Team, das – unter anderen mit Finanzen, Recht und Personal – einem eigenen Geschäftsbereich der LWB zugeordnet ist und der Geschäftsführung direkt untersteht. Parallel dazu existiert der Bereich Wohnungswirtschaft, in dem der Vertrieb angesiedelt ist. Dieser betreibt produktbezogene Kommunikation für die ungefähr 33.500 Wohneinheiten im Kernbestand der LWB und arbeitet eng mit der PR zusammen.

Seine Pressesprecher-Aufgabe werde ihren Reiz nicht verlieren, prognostiziert der aus dem brandenburgischen Lübben stammende Hoffmann. Dieser Reiz habe eine thematische und eine emotionale Dimension. Erstere bestehe darin, dass die Geschäftstätigkeit der LWB mit vielfältigsten Themen wie etwa Stadtentwicklung verwoben sei. Das spiele für die Leipziger wie für ganz Ostdeutschland eine große Rolle und werde viel diskutiert. Man denke nur an die Leerstandsproblematik oder den Sanierungsbedarf in ostdeutschen Städten. Die Bedeutung dieser Thematik erfordere für unternehmerisches Handeln in der Wohnungswirtschaft – vom Denkmalschutz über das Leben in der „Platte“ bis hin zu Zwangsräumungen – erhöhte Sensibilität in der Kommunikation. „Wir müssen den richtigen Ton treffen“, resümiert Hoffmann, der seine berufliche Laufbahn einst als Elektroinstallateur begonnen hatte.  (fo)
 

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