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News / Ein dicker Brummer
14.03.2011   News
Ein dicker Brummer
 
Es sind harte Zeiten für Wolfgang Mayrhuber, den österreichischen Wahl-Hamburger an der Spitze der Deutschen Lufthansa. Zunächst war es die Asche des Eyjafjalla (wir berichteten vor einem Monat an dieser Stelle), die seine Gesichtszüge zum Entgleisen brachte. Nun ist es sein neues Lieblingsbaby, der Airbus A380. Was ist denn das für ein Name, dachte sich das Lufthansa-Marketing, der wird es doch nie mit dem Jumbo aufnehmen können. Damit nahm das Verhängnis seinen Lauf, denn Lufthansa rief das Web 2.0, das moderne Orakel, an. Ein Spitzname sollte her! Mitte März der erste Schock. Der beliebteste Vorschlag: Stalingrad! Glaubt man n-tv, war Russlands Nationalist Wladimir Schirinowski hin und weg: „Ich unterstütze die Initiative und rufe dazu auf, für diesen Namen eines neuen mächtigen Luftschiffs zu stimmen.“ Die Lufthansa stimmte der Idee nicht zu. Um am Ende dem Spitznamen „Lady Bee“ zustimmen zu müssen. Da war Facebook schon wieder aktiv: „Lady Bee – this name sucks“ heißt eine Gruppe bei dem Social Network, eine andere: „Alles, aber nicht Lady Bee!“ Im englischen Sprachraum beschwört „Lady Bee“ Assoziationen wie „dicke Hummel“ oder „thailändische Transvestiten“ herauf – wenig schmeichelhaft für ein Flugzeug wie den Airbus A380. Die Lufthansa rückt so erst einmal die offiziellen Taufnamen der ersten beiden eigenen Exemplare in den Vordergrund: „Frankfurt am Main“ und „München“. Übrigens gibt es für Facebook-User inzwischen ein Programm, das unerwünschten Datenmissbrauch ausschließen soll. Es ist an der Zeit, Ähnliches für die Marketer dieser Welt zu erschaffen: Ein Social-Media-Tool, das garantiert, dass nur die erwünschten Ergebnisse entstehen. Der leibhaftige Elefant „Jumbo“ starb übrigens 1885 nach einer Kollision mit einer Lokomotive; seine sterbliche Hülle verbrannte 1975 bis auf die Schwanzspitze in einem Museum. Dann vielleicht doch lieber eine dicke Hummel?(fb)

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