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News / Abschied auf Schwedisch
07.03.2008   News
Abschied auf Schwedisch
 

Im gegenseitigen Einvernehmen, so heißt es, habe Oliver Graßy, bislang Geschäftsführer von Cision Deutschland, das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger ist Stefan Frohnhoff (49) der bis 2007 die Geschicke von Premiere Global Services Deutschland, ehemals Xpedite, geleitet hatte.

Viel mehr als die unterkühlte Formel der Pressemitteilung will auch Graßy selbst nicht preisgeben. Nur so viel: Es habe unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung zwischen ihmund der Zentrale in Stockholm gegeben. CEO Niklas Flyborg war am Mittwoch eigens zur deutschen Tochter in die ehemalige Salamander-Fabrik in Kornwestheim geeilt, um der Belegschaft den Wechsel bekannt zu geben. Augenzeugen sprechen von einem kühlen Abschied.
Der Medienbeobachter befindet sich seit Monaten in schwerem Fahrwasser. Die Umstrukturierung des Deutschland-Geschäfts, das in vier eigenständige Gesellschaften zerlegt werden soll, hat für Unruhe in der 280-köpfigen Belegschaft gesorgt. Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi, die eine Fortführung der Tarifbindung fordert, sind gescheitert. Kommt es nicht noch in letzter Minute zu einer Einigung, wird bei Cision gestreikt. „Die ständige Unruhe hat den Schweden nicht gefallen“, sagt Verdi-Sekretär Rudi Munz, „ob das der Grund für Graßys Abgang ist, weiß ich nicht.“
Graßy dementiert das energisch. Wahrscheinlicher scheint tatsächlich, dass dem bisherigen Deutschland-Chef die von Flyborg gewollte Ausrichtung auf globale Kunden zu einseitig war. Letztlich wohnt der von Stockholm forcierten Internationalisierung und der auch von Graßy vorangetriebenen Aufteilung des Deutschland-Geschäfts aber eine gemeinsame Logik inne: Cision wird zunehmend zentralistisch ausgerichtet, die auf Argus Media zurückgehende Deutschland-Tochter büßt Eigenständigkeit ein. Den Weg wollte Graßy offenbar nicht mehr mitgehen. (fb)
 

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