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News / Lust auf HermannKampagnendetails
Mythische Kreaturen in der Innenstadt: Internationale Jugend- und Künstlergruppen legten einen Zauber auf Detmolds Straßen
14.03.2011   News
Lust auf HermannKampagnendetails
 
Die Region Lippe profitiert noch 2.000 Jahre nach der „Schlacht im Teutoburger Wald“ von der Niederlage dreier römischer Legionen. Die Ergebnisse von „Varus 2009“ wurden auf der Internationalen Tourismusbörse vorgestellt.
Wir schreiben das Jahr 9 n. Chr. Es ist Herbst, der römische Statthalter in Germanien, Publius Quintilius Varus, ist mit seinen Truppen auf dem Weg ins Winterlager. Da wird er von Germanen angegriffen. Drei Tage soll der Kampf gedauert haben, bis die Römer besiegt waren.
Über den Ort, an dem sich die Schlacht zugetragen haben soll, sind sich die Fachleute bis heute nicht ganz einig. Dass am Kalkrieser Berg im Osnabrücker Land Kampfhandlungen stattgefunden haben, gilt als ziemlich sicher. Damit aber auch alle vom Themenjahr „2.000 Jahre Varusschlacht“ profitieren konnten, hatte man sich frühzeitig auf eine länderübergreifende archäologische Kooperation geeinigt. Drei Ausstellungsorte präsentierten verschiedene Aspekte an so genannten Originalschauplätzen: Haltern am See (NRW, Regierungsbezirk Münster) mit „Imperium“ Aufstieg und Niedergang des Römischen Reiches im dortigen Römerlager, Kalkriese (Niedersachsen) mit „Konflikt“ die Auseinandersetzung um den vermeintlichen Schauplatz der Schlacht und Detmold (NRW, eigener Regierungsbezirk) mit „Mythos“ die Bedeutung der Geschichte von Arminius dem Cheruskerfürsten.
Kreis Lippe, Landesverband Lippe und Stadt Detmold beauftragten die Lippe Tourismus & Marketing AG damit, das Projekt ihrer Region zu entwickeln und zu koordinieren. Die Marketingorganisation wiederum richtete die Geschäfts- und Koordinationsstelle „Hermannbüro“ ein, die mit Mitarbeitern der Koopera- tionspartner besetzt wurde.
Der Kreis Lippe, dessen Verwaltungssitz Detmold ist, musste einen schwierigen Spagat vollziehen: Die Region mit ihrem Wahrzeichen „Hermannsdenkmal“ wollte sich unter anderem als weltoffen und zukunftsorientiert darstellen, hat mit dem „Befreier Germaniens“ aber auch eine erklärungsbedürftige historische Last zu tragen. Denn das Verhältnis der Deutschen zu Arminius, der den Namen Hermann einer Übersetzung Martin Luthers verdankt, ist zwiespältig. Wegen seiner Verklärung zu einem deutschen Nationalhelden werden immer wieder Vorbehalte laut. Es wurde also nicht von ungefähr entschieden, den „unbelasteten“ Niedersachsen das Thema „Konflikt“ zu überlassen. Die „Lipper“ entwickelten zwar die Dachmarke „Land des Hermann/Teutoburger Wald“, wollten aber über das Thema „Mythos“ die Rezeptionsgeschichte des „Hermann“ reflektieren. Dies geschah über ein „Internationales Kulturprogramm Hermann 2009“, das unter anderem Begegnungen von Menschen aus ganz Europa ermöglichen sollte, etwa in Jugendworkshops, um nur einen winzigen Ausschnitt des Programms zu nennen.
Das Themenjahr wurde wissenschaftlich begleitet, das Resultat der Untersuchung auf der ITB in Berlin präsentiert. In Bezug auf die reine Medienarbeit ergab sich folgendes Bild: Im „Varusjahr“ erschienen 917 Artikel in 141 verschiedenen Printmedien, mehr als 100 Fernseh- und Hörfunksendungen wurden zu dem Thema ausgestrahlt. Zwar haben die Print- und Onlinemedien konstant das ganze Jahr über berichtet, jedoch gab es einen Schwerpunkt in den Sommermonaten. In grundsätzlich allen diesen Medienberichten sei der regionale Bezug erwähnt und die neue Dachmarke gestärkt worden, heißt es in der Studie. Dies sei über die Begriffe „Teutoburger Wald“, „Land des Hermann“, „Ostwestfalen-Lippe“ und „Detmold“ geschehen. Das Wahrzeichen „Hermannsdenkmal“ sei vielfach das mit dem Thema verbundene Bild gewesen.
Zur Ausstellung „Mythos“ in Detmold kamen allein im Zeitraum von Mai bis Oktober etwa 100.000 Besucher, inklusive des Internationalen Kulturprogramms wurden rund 300.000 Besucher gezählt. (fo)
Foto: Lippe Tourismus & Marketing AG
Die ersten Vorarbeiten zum Varusjahr begannen im Kreis Lippe bereits im Jahr 2003. Die PR-Arbeit wurde vom Herbst 2008 an von Birgit Essling organisiert. ( Sie ist mittlerweile Leiterin des EU-Verbindungsbüros des Landkreistages NRW in Brüssel.) Der Etat inklusive des Gesamtmarketings betrug für das Varusjahr 4,15 Millionen Euro. Rund 2,45 Millionen Euro wurden an Einnahmen erzielt, dabei kamen 615.000 Euro über die Eintrittskarten herein. 100.000 Euro brachte der Katalogverkauf, 166.000 Euro die Verkäufe im Museumsshop und 156.000 Euro kamen von Sponsoren sowie durch Förderung des Bundes und des Landes oder Kulturstiftungen.

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