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News / „A .... lochallergie“
15.02.2008   News
„A .... lochallergie“
 

Das CSR-Thema ist derzeit ein gern genutztes „Tool“ in der Unternehmenskommunikation. Die Konzerne geben gerne vor, dass Sie verantwortungsvoll handeln, und geben dafür viel Geld aus. PR-Strategen können jetzt ihre CSR-Konzepte wieder im Schrank verstauen.

Wirklich getraut hat die Öffentlichkeit den Bemühungen sowieso nicht. Denn ein Unternehmen, das verantwortungsvoll sein will, braucht auch Führungs-Personal, das verantwortungsvoll handelt. Das kann bei einigen Großunternehmen in Deutschland mittlerweile bezweifelt werden: Deutsche Bank, Volkswagen, Siemens. Die Öffentlichkeit unterstellt den Energieunternehmen Preisabsprachen, selbst Schokoladenhersteller hatten kürzlich Besuch vom Kartellamt.
Dem ganzen setzt Klaus Zumwinkel die Krone auf. Fassungslos beobachten die Bürger, wie ein „Multimillionär“ (Zumwinkel über Zumwinkel) verdächtigt wird, Steuern in großem Stil hinterzogen zu haben. Manches Verständnis für Fehler der unter hohem Druck stehenden Managerriege weicht jetzt der Empörung über mutmaßliche Geldgier. Die Kommentare von Zeitungslesern sind harsch, mancher leidet schon längst unter „Arschlochallergie“.
Verunsicherung herrscht auch darüber, wie es dazu kommen konnte, dass der am längsten amtierende Dax-Manager plötzlich ins Fadenkreuz der öffentlichen Kritik gerät. Da war erst die Debatte über Mindestlöhne, die er in Anbetracht der drohenden Konkurrenz auf dem Postmarkt unterstützte. Das brachte vor allem den Springer-Verlag auf die Palme. Dass nun öffentlich spekuliert wird, Springer stecke hinter dem Coup, zeigt, wie schlecht die Menschen über die Gebaren der Unternehmenslenker denken und was ihnen mittlerweile zugetraut wird. Da hat selbst die beste CSR-Strategie keine Chance mehr.  (pb)
 

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