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News / Furcht vor der elektronischen Patientenakte
01.02.2008   News
Furcht vor der elektronischen Patientenakte
 

Alles paletti mit der elektronischen Gesundheitskarte, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG). Es gehe jetzt nur noch um die Umsetzung des Projekts, größere Kommunikationsaktionen seien nicht mehr geplant.

Obwohl die Vergabe eines Ende 2007 ausgeschriebenen PR-Etats zum Thema noch aussteht. Widerstand gegen die angeblich zentrale Speicherung von Patientendaten scheint das BMG nicht zu fürchten. Oder überlässt es den Krankenkassen, etwaige Ängste der Versicherten um den Datenschutz zu zerstreuen. Solche werden jetzt unter anderen von 14 Patienten- und Ärzteverbänden geschürt, die sich für die „Aktion: Stoppt die e-Card“ zusammengeschlossen haben. Die Karte soll schrittweise von April an eingeführt werden.
Der Launch erfolgt zu einer Zeit, da die Bundesbürger allmählich sensibler auf das Thema Datensicherheit reagieren. Telekommunikationsfirmen sind inzwischen verpflichtet, die Daten von Telefonverbindungen sechs Monate lang zu speichern. Derzeit wird über das Speichern von Fluggastdaten debattiert und über Online-Durchsuchungen von Computern gestritten. Das Amusement über Meldungen aus Großbritannien weicht einem Gefühl der Beklommenheit: Innerhalb weniger Monate gingen dort mehrfach große Mengen persönlicher Daten verloren, darunter eine CD mit vertraulichen Informationen über 160.000 kranke Kinder.
Bis zu der Ärzte-Tagung „Schöne neue e-Health-Welt?“ am 1. März in Hamburg will das Bündnis gegen die neue Karte keine Aktionen unternehmen, sagt Sven Hessmann, Pressereferent der Vereinigung Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Von dieser Tagung erhofft er sich jedoch einen Impuls für den im Mai stattfindenden Deutschen Ärztetag. Der hatte die Einführung der elektronischen Karte in der vorgestellten Form bereits im vergangenen Jahr abgelehnt.  (fo)

 

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