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21.12.2007   News
Verband in der Globalisierungsfalle
 

Die Brauereien Krombacher und Oettinger, Radeberger hatten dem Deutschen Brauer-Bund (DBB) bereits ihre Kündigungen zukommen lassen. Nun hat auch Warsteiner dem Verband den Rücken geekehrt. Es sind strukturelle Gründe, die für die Austrittswelle beim DBB gesorgt haben.

Die Großbrauereien fühlen sich nicht mehr adäquat vom DBB vertreten. Bundesweit, wenn nicht gar international aufgestellt, bietet ihnen der Verband lediglich eine Mitgliedschaft auf Länderebene. Von hier aus schlagfertig Interessen in Richtung Bundesregierung oder gar Brüssel zu formulieren – das halten die vier für wenig effektiv. Schon 2004 drängte Warsteiner darauf, dass man die Verbandsstrukturen auf Vordermann bringen möge und begründet den Austritt zum Ende des kommenden Jahres damit, dass keine "besondere Effektivität für die deutschen Brauereien bei ihrer Vertretung durch den DBB im Europäischen Brauer-Bund" vorhanden sei. Radeberger wirft dem Verband laut Branchen-Portal bier.de vor, eine "modernisierungsunwillige Interessenvertretung" zu sein.
Den international aufgestellten Brauern drängt die Zeit, denn sie wollen die Werbeverbote, die in anderen EU-Ländern bereits vollstreckt sind, in Deutschland vermeiden. Auch sei die Pfandregelung bisher nicht befriedigend. Darüber hinaus wird ein generisches Marketing zum Thema Bier vermisst.
Diese Forderungen standen am 19. und 20. November in Berlin zur Abstimmung. Viele Punkte wurden befürwortet. Die Forderung nach der Direktmitgliedschaft im Bundesverband wurde jedoch abgeschmettert. Der DBB vertritt mehr als 1.000 Brauereien, von denen die meisten regionale Märkte bedienen. Und die fühlen sich recht wohl in ihrer Nische. (pb)
 

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