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20.01.2011   News
„Scharfe Rügen“ für den PR-Rat
 

Nun ist sie da, die neue Folge der Serie „Merten versus DRPR“. Wieder einmal hat der emeritierte Münsteraner Professor Klaus Merten in die Tastatur gegriffen und dem Deutschen Rat für Public Relations (DRPR) einen Offenen Brief geschrieben.

Der Tonfall ist persönlicher, aber keinesfalls versöhnlicher geworden. Adressiert ist der Brief diesmal nicht an den Rat – den wollte Merten ja bereits in seinem ersten Brief von vor fast genau einem Jahr aufgelöst wissen. Nein, diesmal richtet er sein neunseitiges Schreiben direkt an die „PR-Männer Avenarius und Gaul“.
Der DRPR-Vorsitzende Richard Gaul erkennt darin lediglich einen „durchschaubaren Trick, um Berichterstattung zu generieren“. So einfach lassen sich Journalisten allerdings nicht ködern. Das ließ sich schon 2006 beobachten. Damals hatte Merten die These aufstellt, PR habe die Lizenz zur Täuschung, und schuf damit das Kraftfeld für alle folgenden Spannungen. Auch knapp fünf Jahre und etliche Spitzfindigkeiten später dürfte ein brancheninterner Disput über die Einhaltung ethischer PR-Standesregeln nur wenige Medienvertreter zum Texten verleiten.
Dabei ließe sich sicherlich mancher Kopf durch Mertens Formulierungskünste beeindrucken. Abseits aller Polemik bietet Mertens Analyse wahrscheinlich sogar den ein oder anderen Anhaltspunkt für eine wissenschaftlich fundierte Gegendarstellung. Der DRPR will sich in Sachen „Merten“ jedoch auf nichts mehr einlassen. Nur so viel: Die Vorwürfe, der Rat erteile seine Rügen, Mahnungen und Freisprüche nach einem an Prominenz und Verbandszugehörigkeit ausgerichteten Drei-Klassen-System, seien haltlos.
Merten kümmert das indes wenig. Er scheint sich auf das Motto verlegt zu haben, wenn Du Deinen Gegner nicht anders bezwingen kannst, dann schlage ihn mit seinen eigenen Waffen. Wegen der „offenbar vorsätzlichen“ Täuschung der Öffentlichkeit über die Anwendung unredlicher Methoden durch den PR-Rat erteilt Merten dem Gremium nun „scharfe Rügen“. Womit sich die Verfechter der PR-Ethik sonst noch beschäftigen, lesen Sie in Kürze im PR Report (Erscheinungstag: 28.1.).  (bb)

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