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News / Gesichtsverlust mit Sympathiegewinn
02.11.2007   News
Gesichtsverlust mit Sympathiegewinn
 

Es macht keinen guten Eindruck, wenn ein Chef einen seiner Mitarbeiter in aller Öffentlichkeit als Idioten bezeichnet. Und es wird nicht besser, wenn ein französischer Staatspräsident seinen Pressesprecher so tituliert.

Doch Nicolas Sarkozy reagiert gereizt, wenn er auf seine Ex, Cécilia, angesprochen wird. So auch bei einem Interview mit dem US-Kanal CBS, das am vergangenen Sonntag ausgestrahlt wurde. „Quel imbécile“ seufzte Sarkozy, weil sein Sprecher diesem Gespräch offenbar zugestimmt hatte.
Er sei „nicht der Kandidat der Medien“ lautet ein Grundsatz Sarkozys, und so behandelt er sie. Seit der Präsidentenwahl Anfang Mai hat der Politiker zwar reichlich Schelte abseits seines Jobs einstecken müssen. Erinnert sei nur an den wegretuschierten Hüftspeck auf den Urlaubsfotos in „Paris-Match“ – das Magazin gehört Arnaud Lagardère, einem Freund Sarkozys. Und an den Wirbel um seine gescheiterte Ehe mit Cécilia. Mitleid ist aber unangebracht. Der Mann soll im Gegenzug Druck auf unliebsame Berichterstatter ausüben, auch mittels seiner guten Bekannten wie Lagardère, Serge Dassault (Eigentümer des „Figaro“) oder Martin Bouyges (Besitzers des Senders TF1). Sarkozy-freundliche Journalisten erhalten dagegen Beraterposten, so Catherine Pegard, ehemals Politik-Chefredakteurin beim Wochenmagazin „Point“, und Myriam Levy, Reporterin beim „Figaro“. In den USA wird seinem Ausbruch bei CBS und dem Abbruch des Interviews jedoch Sympathie entgegengebracht, kritisiert wird dort, dass viele Medien Privates und Öffentliches vermischten.  (fo)

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