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02.11.2007   News
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Meinung wird zunehmend auch im Web gemacht. Social Networking, User Generated Content und Web 2.0: Viele Unternehmen bewegen sich noch unsicher durch die Online-Welt, besagt eine Studie der Berliner Agentur index. Von Astrid Wolf

Das Internet wird durch immer neue Technologien viel zu wichtig, um es nicht bestmöglich für PR-Zwecke zu nutzen. Es verrät die Stimme des Kunden und aktuelle Trends. Doch derzeit herrscht noch Unklarheit, es fehlt an bewährten Strategien und Konzepten.  Langsam tasten sich Unternehmen an Liveübertragungen von Pressekonferenzen im Internet heran, durchstöbern Weblogs und nutzen immer mehr Web 2.0.

Dieser Frage ging index, eine Berliner Agentur für strategische Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, nach und startete eine Umfrage unter rund 200 Unternehmen, wie sie das Internet für sich nutzen, bewerten und welche Rolle das Internet in ihrer täglichen PR-Arbeit spielt. Die Teilnehmer waren Unternehmen unterschiedlicher Größe (bis 500 Mitarbeiter) und aus Branchen wie Medien, Dienstleistung, Verbänden und Handel sowie IT und Kommunikation.

Ein Klassiker wie die Pressemitteilung, die früher die Faxgeräte in den Redaktionen zum Überquellen brachte, wird von 75 Prozent der Befragten nur noch  per E-Mail verschickt. Die restlichen 25 Prozent nutzen sowohl den postalischen als auch den elektronischen Weg. Auch wird für die Kundenbindung immer häufiger auf gedruckte Medien verzichtet und stattdessen auf  E-Mail-Newsletter gesetzt.

Die letzten Mohikaner

Pressemappen werden weiterhin größtenteils im Printformat versandt, allerdings stellen die Unternehmen häufig ihre Mappen im Pressebereich ihrer Websites zur Verfügung. Gleiches gilt für Pressefotos, die als Printabzug immer mehr an Bedeutung verlieren, sondern ebenfalls per Download oder als E-Mail-Anhang verschickt werden. Trotz der Digitalisierung wird die klassische Pressemappe erst einmal nicht vertrieben. Unternehmen vertrauen darauf, dass es immer noch schöner sei, eine Mappe in der Hand zu halten die mehr Optik bietet.

Reine Online-Medien wie netzeitung.de oder golem.de werden von gut 50 Prozent der Unternehmen als bedeutender Kommunikationskanal gesehen. Berufskommunikatoren machen zwischen solchen rein journalistischen Medien und Weblogs Unterschiede.  Nur rund 15 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass ihr Presseverteiler Weblogs enthält.
Überhaupt ist der Umgang mit Bloggern noch ein weites Feld. Die Ansprache und das Informieren von Bloggern ist derzeit ein offener Prozess, für den sich effiziente und akzeptierte Strategien noch entwickeln müssen. Unternehmen beobachten Kundenmeinungen zu ihren Produkten und Services in Foren, Newsgroups, Weblogs. Ungefähr 60 Prozent werten die Statements aus und nutzen die Ergebnisse zur ihrer Produktverbesserung und ändern auch daraufhin ihre Unternehmenskommunikation.

Der hohe Anteil von Firmen, die Weblogs, Foren und Newsgroups beobachten, zeigt die große Bedeutung, die dem Internet als Forum für Meinungsbildung zugesprochen wird. Die Web-Community ist zu einem wichtigen Resonanzboden für PR geworden. Besonders geschätzt wird das fachliche Know-How und der redaktionelle Filter  von Online-Fachzeitschriften. Zurückhaltender ist man noch, wenn es darum geht, selbst Stellung zu beziehen. Nur 24 Prozent der Befragten werden in Foren aktiv, und nur etwa jeder Zehnte äußert sich zu Themen seines Unternehmens in fremden Weblogs. Denn hier, diesen Schluss lässt zumindest die index-Untersuchung zu, existieren bislang keine etablierten Strategien in der PR-Kommunikation.
 

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