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News / Den Gang zum Anwalt abwägen
19.10.2007   News
Den Gang zum Anwalt abwägen
 

Was soll man nur mit diesen ganzen Menschen machen, die plötzlich ungefragt ihre Meinung im Internet Kund tun? Früher ist ein Kommunikationschef davon ausgegangen, dass es eh kaum einer liest, was irgendwer im weltweiten Datennetz hinterlässt. Mittlerweile besteht Gefahr, dass Blogger oder die Nutzer von ciao.com oder dooyoo.de imagerelevant sind.

Dass man dann nicht einfach gegenposten sollte, haben verschiedene Beispiele in der Vergangenheit gezeigt. Solche Machenschaften fliegen gern auf und werden dann zur peinlichen Nummer.
In ihrer Not holen Firmen nun zunehmend zum juristischen Gegenschlag aus. Der „stern“ berichtete über Vorfälle, bei denen Unternehmen Forumsmitglieder wegen ihrer Beiträge verklagten.
Auch wenn viele Unternehmen zu Recht einschreiten, ist die Sache aus PR-Sicht heikel. Denn die Unterscheidung zwischen Meinung und Behauptung ist nicht scharf. Gerichte sind mitunter unsicher. So hat das Landgericht Dortmund entschieden, dass die Bewertung einer Userin zu einem Hotel („nicht 4, 5 Sterne entsprechend“) eine Tatsachenbehauptung sei und forderte sie auf, den Beitrag zurückzuziehen. Das Oberlandesgericht Koblenz hingegen sieht in der Äußerung „Achtung, Betrüger unterwegs!“ keinen Grund zur Beanstandung.
Wer gegen Verunglimpfungen vorgehen will, sollte nicht nur die juristischen Erfolgschancen abwägen, sondern auch, ob juristische Schritte dem Image nicht mehr schaden, als eine negative Äußerung im Internet. (pb)

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