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News / Vermittler, skeptisch und zufrieden
11.10.2007   News
Vermittler, skeptisch und zufrieden
 
Sechs Prozent der deutschen Pressesprecher sind unter bestimmten Voraussetzungen bereit zu lügen. Das ist der aktuellen Berufsfeldstudie des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) zu entnehmen.
BdP-Präsidiumssprecher Roland Stahl weist auf die Mehrheit von 83 Prozent der Befragten hin, die die Meinung vertreten, dass Sprecher nicht lügen, sondern allenfalls bestimmte Sachverhalte weglassen dürfen. „Das zeigt eine hohe Professionalität“, sagt Stahl, „der deutlichen Mehrheit ist bewusst, dass Vertrauen ein hohes Gut ist.“ Im Auftrag des BdP waren zum zweiten Mal nach 2005 unter Leitung des Leipziger Professors Günter Bentele Pressesprecher und Kommunikationsmanager von Unternehmen befragt worden; 2.312 beteiligten sich. 86 Prozent der Befragten verstehen sich als Vermittler, allerdings kritisiert eine relevante Gruppe die Journalisten: Sie seien nur an negativen Themen interessiert (35 Prozent), seien oberflächlich (40 Prozent) und uninformiert (50 Prozent). 80 Prozent sind in ihrem Beruf zufrieden oder sehr zufrieden. Stahl führt das auf den „fordernden Job“ zurück, der strategisches Denken verlange. Aus Benteles Sicht ist bedenklich, dass nur acht Prozent die Ethik-Kodizes Code d’Athènes und Code de Lisbonne kennen. Interessant: Die Pressesprecher wissen, dass Journalisten ihnen oft Skepsis entgegenbringen. 71 Prozent meinen, das liege an widersprüchlicher Kommunikation, zwei Drittel machen die Ursache in Fehlinformationen und Verschleierungstaktiken, gut 60 Prozent in der Werbelastigkeit von Pressearbeit aus. (fb)

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