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03.10.2007   News
Agenturverband kappt Ausbildungsgeschäft
 
Die Gesellschaft PR-Agenturen (GPRA) macht Ernst mit ihrem bereits vor 15 Monaten angekündigten Rückzug aus dem Ausbildungsgeschäft. Der Verband will seine knapp 32-prozentige Beteiligung an der Deutschen Akademie für PR (DAPR) abgeben. Die GPRA teilte mit, man habe ein „Bieterverfahren“ eröffnet und suche „den finanziell und inhaltlich besten Anbieter“ für das renommierte Institut. Hintergrund und Chronik der Ereignisse.
Die DAPR soll das Prüfungsgeschäft aufgeben und sich künftig auf Ausbildung und Seminare konzentrieren – ein Markt, in dem der Agenturverband nicht „einer unter vielen“ sein will. Im Januar 2008 soll eine „Prüfungs- und Zertifizierungskommission der deutschen Kommunikationswirtschaft“ ihren Betrieb aufnehmen, an der die GPRA und die beiden Berufsverbände DPRG und BdP beteiligt sind. Von diesem Datum rückte die GPRA auch in ihrer jüngsten Mitteilung nicht ab.Die als profitabel geltende DAPR war in den vergangenen Jahren Schauplatz multipler und selbst in der engeren Branchenöffentlichkeit nur schwer nachvollziehbarer Auseinandersetzungen. Der politische Traum von der DAPR als einer zentralen Instanz, die Ausbildungsgänge zertifiziert und deren Absolventen prüft, scheiterte unter anderem daran, dass die DAPR nicht auf das Ausbildungsgeschäft verzichten konnte. Letztendlich misslang im Sommer 2006 der Versuch der GPRA, als größter Gesellschafter die DAPR-Anteile der anderen zu übernehmen. Als Basis für eine neue Institution (mit BdP und DPRG) kam die DAPR damit nicht mehr infrage – seither bereitete die GPRA den Ausstieg vor.

Bis zum 31. Oktober können Interessenten ein schriftliches Angebot an die GPRA schicken. „Voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte“ will man im Verband entscheiden, mit wem verhandelt werden soll. (sv)

Chronik: Der lange Weg zur einheitlichen Prüfungs- und Zertifizierungsinstanz
(vorläufige Übersicht; ohne Gewähr)
1991
Gründung der DAPR durch DPRG und GPRA. Agenturen und Einzelpersonen zeichnen Anteile.

1995
DPRG steigt aus der DAPR aus. In der Folge stockt die GPRA ihren Kapitalanteil auf.

1999/2000
Ernsthafte Überlegungen zur Neuordnung des Ausbildungs- und Prüfungsbereiches scheitern furios im Verbändegewirr.

Ende 2001
DPRG startet mit eigenen Prüfungen.

Ende 2003
Wiederannäherung von DPRG und GPRA bei diesem Thema.

2004
Als neuer Player betritt der BdP mit seiner depak die Bühne.

April 2006
GPRA-Präsidium berichtet von einer grundsätzlichen Einigung der drei Verbände. DPRG-Spitze relativiert diese Darstellung mit Blick auf Befindlichkeiten in den eigenen Reihen; Knackpunkt ist vor allem der Name „DAPR“.

Juli 2006
GPRA kündigt an, sich aus DAPR zurückzuziehen, falls einzelne Gesellschafter bei ihrem Nein zu dem vorgeschlagenen Modell bleiben.

Februar 2007
DPRG, BdP und GPRA verkünden Einigung im Hinblick auf die Gründung einer "Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft". Als Datum für deren Start wird seither Januar 2008 genannt.
 

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