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News / Gefangen zwischen Zahlen und Buchstaben
22.07.2010   News
Gefangen zwischen Zahlen und Buchstaben
 

Transparenz und offene Kommunikation, das erwarten Anleger von ihren Beratern. Die Wirren der Finanz- und Wirtschaftskrise haben dieses Bedürfnis, auch bei institutionellen Investoren, verstärkt. Doch Fondsberater und Investmentgesellschaften sind gerade erst dabei, sich auf diese Kundenwünsche einzustellen.

Das ist das Ergebnis einer Studie, für die ergo Kommunikation aus Köln rund 250 Stiftungen, Banken, Versicherer, Pensionskassen und Consultants befragt hat. Vor allem beklagten die Teilnehmer eine „teilweise gesichtslose Standardkommunikation“ ihrer Asset-Manager, erläutert ergo-Geschäftsführer Holger Nacken. Doch welcher Anleger gibt sich schon mit automatisierten Versatzstücken zufrieden? Die Hälfte der Befragten wünscht sich mehr persönliche Informationen über die Strategien des Fondsmanagements, die Gründe der bisherigen Wertentwicklung sowie über das Investment-Unternehmen selbst. Denn auch für die Finanzkommunikation gilt: Kunden sollten nicht erst aus der Zeitung erfahren, wenn einzelne Marktsegmente an Wert verlieren oder wichtige Mitarbeiter die Anlageberatung verlassen. Rund 63 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen bei der Auftragsvergabe die Transparenz und Informationspolitik des Fondsberaters sehr wichtig seien.
Optimierungsbedarf sehen Experten auch bei der Darstellung komplexer Investmentthemen. Nur wenige Newsletter seien verständlich geschrieben und gäben den Anlegern Orientierung bei Kapitalfragen. Ähnliches gelte für die Präsenzen der Gesellschaften im Internet. 37 Prozent der Befragten bezeichneten die Webseiten der Anbieter als „ausreichend“.
Auch abseits der Finanzbranche überzeugt die Online-Kommunikation von Unternehmen mit ihren Anlegern vielfach noch nicht. So hat beispielsweise die Kölner Agentur NetFederation die Internetauftritte von 110 deutschen Aktiengesellschaften untersucht. Viele Firmen seien anscheinend damit überfordert, die gesetzlichen Vorgaben im Feld der Investor Relations ansprechend umzusetzen, fasst NetFederation Geschäftsführer Thorsten Greiten die Lage gegenüber dem „manager magazin“ zusammen. Zu den Ausnahmen gehören: der Chemiekonzern BASF, die Deutsche Post, der Pharmariese Bayer, der Energieversorger RWE und die Deutsche Lufthansa. (bb)

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