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News / Ohne Schnickschnack Koch
27.05.2010   News
Ohne Schnickschnack Koch
 

„Wer Gehör finden will, wer etwas bewegen will, muss Publizität erlangen.“ Geschrieben hat diesen Satz Dirk Metz, Sprecher der Hessischen Landesregierung. Stets befolgt hat ihn sein Chef, der hessische Noch-Ministerpräsident Roland Koch

– 1999, als er mit einer Unterschriftenaktion eine Kampagne gegen die Pläne der rot-grünen Bundesregierung zur doppelten Staatsbürgerschaft fuhr und damit die Landtagswahl gewann, oder Anfang 2000, als der in die Ecke getriebene MP Koch eine „brutalstmögliche Aufklärung“ der CDU-Schwarzgeldaffäre versprach. Und auch am vergangenen Dienstag, als der Vollblut-Machtstratege seinen Rückzug aus der Politik bekannt gab, war alles von langer Hand geplant, bestens inszeniert und geradlinig durchgesetzt. Gehör und Publizität waren Koch sicher.
PR-Berater Jürg W. Leipziger zeigt sich beeindruckt von diesem Abgang. Spätestens seit der verunglückten Landtagswahl vom 27. Januar 2008 stehen sich der PR-Unternehmer und der Landesvater inhaltlich nahe. Leipziger trat in der Folge als Sprecher der Bürgerinitiative „Rückgrat gegen Wortbruch“ auf, die sich gegen eine Wahl Andrea Ypsilantis zur Ministerpräsidentin durch SPD und Linke stark machte – die Idee der Initiative zündete. Kritiker vermuteten hinter der Kampagne eine Auftragsarbeit für Roland Koch. Der Schweizer Leipziger sieht sich dabei nach wie vor als Bürger, der sich gegen Beliebigkeit in der Politik einsetzt.
Koch braucht keine externen Berater. Dazu hat er seit April 1999 Staatssekretär und Regierungssprecher Dirk Metz. Als Freund und politischer Sparringspartner wird der Journalist und PR-Stratege sicherlich auch bei Kochs jüngstem medialen Coup Pate gestanden haben. Der sportbegeisterte Metz, der Politik als Wettkampf versteht („Financial Times Deutschland“, 02.01.2008), wollte wohl genauso wenig wie sein hart für Siege arbeitender Chef eine Niederlage bei der kommenden Landtagswahl riskieren. Oder wie es Metz einmal in einem Fachartikel ausgedrückt hat: „Politiker sollten sich bewusst machen, dass sie nicht jeden Schnickschnack mitmachen müssen und sollen.“  (bb)
 

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