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16.08.2007   News
Sorge um das Image der Marktforschung
 
Günter Wallraff hat durch die Call-Center-Reportage in „Zeit Leben“, mit der er sich zurückmeldete, für viel Wirbel gesorgt – auch wenn er nicht wirklich Spektakuläres zu berichten hatte. Die Öffentlichkeit wurde lediglich in ihrer Vermutung bestätigt, dass es bei Call Centern nicht immer seriös zugeht. Jetzt sorgen sich sowohl die Direktmarketer als auch die Marktforscher ums Image der Berufstelefonierer – und damit um ihre eigenen Handlungsspielräume.
Der Deutsche Direktmarketing Verband (DDV) geht per Plakat und Anzeige in die Image-Offensive. Die zentrale Botschaft: Call Center sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Vertriebler gelten als diejenigen, die Schuld daran haben, dass immer weniger Menschen bereit sind, unaufgeforderte Telefongespräche über sich ergehen zu lassen. Darunter leiden auch die Marktforscher, die in den vergangenen Jahren verstärkt auf die Befragung per Telefon gesetzt haben. Sie entschieden sich in der vergangenen Woche nach einem Pitch, an dem vier Anwärter teilnahmen, für die Stuttgarter Agentur Sympra. Zunächst setzt man auf Öffentlichkeitsarbeit. Anzeigen und Spots sollen erst zum Einsatz kommen, wenn die vier Verbände BVM (Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher), ADM (Arbeitskreis Deutscher Marktforscher), DGOF (Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung) und die Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute (ASI) eine neue Institution gegründet haben, die die Kommunikation zentral steuern soll. Ziel ist es, den gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Nutzen der MaFo darzustellen. Es wird händeringend nach einem Geschäftsführer gesucht. Eine gemeinsame PR-Front bilden die Direkt-Marketing-Vertreter und die Marktforscher nicht, auch wenn sie beide Call Center zu mehr Akzeptanz verhelfen wollen. Spannend wird sein zu beobachten, ob sich beide nicht doch zu einem Schlagabtausch hinreißen lassen.  (pb)

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