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News / Transparenz in der Asse
31.03.2010   News
Transparenz in der Asse
 

„Herr Doktor Rüttgers hat mich gebeten, Ihnen zu antworten…, dass einer Öffentlichkeitsarbeit in der Asse Grenzen gesetzt sind.“ Droht da neues Ungemach für den Wahlkämpfer von Rhein und Ruhr? Ja und Nein.

Das Zitat, das dem CDU-Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag, Helmut Stahl, zugeschrieben wird, entstammt einem Aktenvermerk vom 29. April 1997. Jürgen Rüttgers war damals Bundesumweltminister im letzten Kabinett Kohl, Stahl sein Staatssekretär.
Der Vermerk verweist auf eine jahrzehntelange Vertuschungspraxis im niedersächsischen Atommülllager Asse (Landkreis Wolfenbüttel), die im Grunde bis 2008 andauerte, als der Grundwassereinbruch in dem ehemaligen Salzbergwerk, der seit spätestens 1988 aktenkundig ist, nicht mehr geheim gehalten werden konnte.
Die Übertragung der Zuständigkeit Anfang 2009 weg von der Münchner Helmholtz-Gesellschaft (bis Ende 2007 „GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit“)  hin zum Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter (BFS) durch den damaligen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel war auch gleichbedeutend mit einem Paradigmenwechsel in der Öffentlichkeitsarbeit weg von Heimlichtuerei hin zu mehr Transparenz und Offenheit.
Natürlich lässt sich einwenden, dass es zu diesem Zeitpunkt sowieso schon nichts mehr zu vertuschen gab. Doch dass das eingangs erwähnte Stahl-Zitat ausgerechnet eine Antwort an die Atomkraftwerksbetreiber war, die 200.000 Mark für das Besucherzentrum in der Asse zur Verfügung stellen wollten, macht in diesem Kontext nachdenklich. Und noch etwas nachdenklicher könnte einen machen, dass es in der Bundesregierung aktuell wieder Bestrebungen geben soll, dem BFS in Sachen Asse-Kommunikation wieder engere Grenzen zu setzen.  (fb)
 

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