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News / Eine Frage der Ehre
11.03.2010   News
Eine Frage der Ehre
 

80 Prozent der Pressesprecher und PR-Verantwortlichen in Unternehmen kennen den PR-Ehrenkodex „Code de Lisbonne“. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung der Hamburger Agentur ad publica, für die 380 Pressesprecher und Verantwortliche aus Kommunikationsabteilungen befragt wurden.

Die Agentur hatte dieselbe Frage auch bereits 2001 und 2005 gestellt; damals war der Ehrenkodex nur 41,7 beziehungsweise 45,5 Prozent der Befragten bekannt. Die Agentur führt die annähernde Verdoppelung des Bekanntheitsgrades auf die „verstärkte öffentliche Diskussion dieses Themas“ zurück.
Und in der Tat war die Ethik der PR in den vergangenen Monaten ein heiß debattierter Topos – man denke an die PR-Tricks der Bahn oder an die Auseinandersetzung zwischen Klaus Merten und dem Deutschen Rat für PR über die Zulässigkeit der Lüge.
So bekannt der „Code de Lisbonne“ inzwischen ist, so unbekannt bleibt der Umstand, dass der Artikel elf und damit das Verbot der erfolgsabhängigen Honorierung seit mittlerweile fast zehn Jahren in Deutschland ausgesetzt ist. Nur 32,4 Prozent (2001: 22,3 Prozent; 2005: 36,4 Prozent) wussten davon.
74 Prozent der Befragten halten eine erfolgsabhängige Honorierung aktuell für sinnvoll. Erstaunlicher sind eher die Zahlen aus den alten Befragungen (2001: 79,6 Prozent; 2005: 81,1 Prozent). Denn damals war das Thema im Gegensatz zu heute noch ein echter Aufreger. Offenbar fehlt es bei dieser Diskussion mittlerweile an Polarisierung. „Das Thema bewegt nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren“, bestätigt Thomas Stormanns von ad publica, „aber wir merken, dass es in Neukundengesprächen in schwierigen Zeiten wie diesen ein interessanter Punkt ist.“
Gut ein Viertel (26 Prozent) der befragten PR-Verantwortlichen gibt an, bereits ein Angebot erhalten zu haben, das vertraglich garantierte Erfolge beinhaltete (2001: 23,3 Prozent; 2005: 36,5 Prozent). Die Agentur will die Befragungen weiter fortführen.  (fb)

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