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11.02.2010   News
Schlecht aufgestellt
 

Es brennt an allen Ecken und Enden in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise. Und das im WM-Jahr, in dem wieder einmal das Abschneiden bei der vorherigen Fußball-WM – Platz drei – verbessert werden soll. Anders gesagt: Deutschland soll endlich wieder Weltmeister werden, zwanzig Jahre nach dem letzten Triumph der „Lichtgestalt“ in Rom.

Doch in der DFB-Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise ist man für das Kommandounternehmen Südafrika offensichtlich denkbar schlecht aufgestellt, wie es nicht allein in der Fußballersprache heißt.

Nicht nur, dass im Januar der Mediendirektor Harald Stenger entmachtet wurde und lediglich noch befristet weiter werkeln darf. Nicht nur, dass seit Monaten ein neuer Bestechungsskandal im Schiedsrichterwesen mühsam klein geredet werden muss. Nein, nun hat die Unsicherheit auch das Allerheiligste ereilt, die „Marke“ Nationalelf, der unter team.dfb.de gerade ein eigener Netzauftritt spendiert wurde.

Das vom DFB zurückgewiesene Vertragsangebot von Teammanager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw wirft automatisch die Frage auf, wie es nach der WM personell an der Spitze der Nationalelf weitergehen soll. Daran kann der notdürftig bei einer DFB-Pressekonferenz hergestellte „Burgfrieden“ zwischen den DFB-Oberen Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie Bierhoff und Löw genauso wenig etwas ändern wie die späte Erkenntnis des Teammanagers, dass er „nie wieder beim ersten Vertragsgespräch ein Papier vorlegen“ werde.

Und noch ein Problem: Auch bei den Schiedsrichtern ist Feuer unterm Dach, seit ein junger Referee den ehemaligen Bundesliga-Schiri und heutigen Sprecher des Schiedsrichterausschusses, Manfred Amerell (62), der sexuellen Belästigung bezichtigte. Dieser eigentlich begrenzte Skandal entglitt der DFB-Führung und geriet zu einer ausgewachsenen Krise. DFB-Vize Rainer Koch fühlte sich als Verantwortlicher für das Schiedsrichterwesen zu spät informiert und gab diese Funktion auf. Amerell selbst wies im DSF unterdessen die Vorwürfe zurück.

Aber wer weiß, vielleicht wird Deutschland im südafrikanischen Winter ja doch Weltmeister. 1974 stand der damalige Bundestrainer Helmut Schön fast vor einem Rücktritt, weil die Elf um Franz Beckenbauer und Gerd Müller sich mit dem DFB nicht über die Weltmeisterprämie einigen konnte. Am Ende gab es für jeden Weltmeister 70.000 Mark und einen VW Käfer.  (fb)

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