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News / Warum ein Newsroom nicht reicht
Clarissa Haller (Foto: Siemens)
25.10.2017   News
Warum ein Newsroom nicht reicht
 
Weniger Hierarchie, neue Führungsleute, andere Kultur: PR-Chefin Clarissa Haller wagt bei Siemens den radikalen Umbruch. Warum die Kommunikation des Dax-Riesen fitter und schneller werden muss - und was US-Präsident Donald Trump damit zu tun hat, erklärt Haller im großen Interview im PR Report (E-Paper, Printausgabe oder iKiosk). Hier einige Auszüge.
Haller über den Newsroom von Siemens
"Ich habe eine hohe Wertschätzung und viel Respekt für das, was gemacht und erreicht wurde. Und trotzdem müssen wir nach vorne schauen und uns fragen: Können wir es noch besser machen? Sind wir bei den Themen Influencer, Thought Leadership und Social Listening schon Benchmark? Kann uns Künstliche Intelligenz helfen, unseren Job noch besser zu machen? Es geht auch um die Frage, wie man den Newsroom nutzt. Es kann nicht nur darum gehen, was Siemens der Welt zu sagen hat, sondern darum, worüber die Welt redet, worüber unsere Wettbewerber reden und wo wir uns einbringen können. Siemens war Pionier mit dem Newsroom, aber das heißt nicht, dass wir so weitermachen können wie vor zehn Jahren."
Haller über Daten und Analyse
"Wir haben nicht täglich im Newsroom-Meeting geschaut, wie wir scoren. Wir waren viel in dem Modus, dass wir etwas kommunizieren und dann ist die Arbeit erledigt. Heute fängt die Arbeit damit erst an. Wir müssen genau gucken, wie die Welt auf unsere Kommunikation reagiert. Dafür brauche ich Analytics, die mir in Echtzeit sagen, ob das, was wir tun, einen Wert hat."
Haller über Schnelligkeit
"Der Nachrichten­zyklus ist heute quasi minütlich. Das ist sehr deutlich geworden, nachdem Donald Trump der „New York Times“ kurz nach seiner Wahl zum US-Präsidenten ein Interview gegeben hat. Darin sagte er, dass Windkraftanlagen die Golfplätze verschandeln und Vögel töten würden und die Einzigen, die davon profitierten, seien die Chinesen und Siemens. Idealerweise wären wir binnen zwei Stunden in der Lage gewesen, eine Infografik rauszuschicken, die zeigt, welchen Anteil Windenergie am US-Energiemix hat, dass der Anteil von Siemens daran eher klein ist, wie viele Mitarbeiter wir aber insgesamt in den USA beschäftigen und dort zur Wertschöpfung beitragen. Wir haben es nicht geschafft, diese Daten zusammenzustellen und die Freigaben dafür zu bekommen. So wie die Prozesse waren, hat das zwei Wochen gedauert."
Haller über Stellenabbau
"In den Bereichen Influencer Engagement, Analytics, Content, User Experience und Projektmanagement werden wir aufbauen. Wir haben zum Beispiel bereits eine Videojournalistin und eine Grafikdesignerin eingestellt. In anderen Bereichen werden wir perspektivisch abbauen." 
Hinweis der Redaktion: In der Zwischenzeit sickerte durch, dass mehr als 40 Stellen in Deutschland betroffen sein könnten. Dem Vernehmen nach ist so zumindest der Plan, über den mit dem Betriebsrat gesprochen werden soll. Siemens wollte sich zu den Informationen des PR Reports nicht äußern.

Tipp: Im großen Interview im PR Report spricht Clarissa Haller ausführlich über Wandel und Widerstand, Vertrauen und Kontrolle, Gewinner und Verlierer. Hier als E-Paper oder Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk.
 

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