Please wait...
News / PR-Ethikwächter nehmen Media Markt ins Visier
Screenshot von gamez.de (Foto: Media Markt)
11.09.2017   News
PR-Ethikwächter nehmen Media Markt ins Visier
 
Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) befasst sich mit Media Markt. Die Ethikwächter reagieren damit auf einen Bericht in der aktuellen Ausgabe des PR Reports, in dem es um die sparsame Kennzeichnung von Content-Marketing-Angeboten der Handelskette geht.
Das Unternehmen betreibt mehrere Seiten im Netz, die wie Technik- und Ratgeber-Journalismus aussehen, aber Content Marketing sind. Es handelt sich unter anderem um die Portale vr-world.com, smart-wohnen.de und gamez.de, auf denen teilweise nicht sofort eindeutig erkennbar war bzw. ist, dass Media Markt dahinter steht.
Deshalb befasst sich nun der PR-Rat damit. Der Fall liege beim Beschwerdeausschuss "Unternehmen und Markt", sagte dessen Vorsitzender Alexander Güttler. Es werde geprüft, ob eine Rüge gegen den Konzern ausgesprochen werde.
Uwe Kohrs, der Vorsitzende des Trägervereins des DRPR, hatte sich die Seiten Anfang Juli angeschaut. Kohrs schilderte in der Print-Ausgabe des PR Report seinen Gesamteindruck: „Die Inhalte und die Form sind grundsätzlich gut gemacht. Dabei wird für den Nutzer allerdings erst nach intensivem Suchen klar, dass es sich um Branded Content handelt. Und genau da hört der Spaß auf.“
Es müsse für den Zufallsbetrachter klar erkennbar sein, wer ihm da Inhalte anbiete und welches Interesse er verfolge. „Somit ist eine sichtbare Kennzeichnung über das Impressum hinaus dringend geboten“, sagte Kohrs, der zusammen mit seinen Kollegen in diesen Tagen die neue Online-Richtlinie des Rats auf den Weg bringt. „Absendertransparenz“ ist darin einer der zentralen Punkte, der klar geregelt werden soll, um  „Interpretationsspielräume von Content-Entwicklern“ deutlich einzugrenzen, wie es hieß.
Media Markt hält die Kennzeichnung indes für ausreichend. Das Unternehmen erklärte auf Anfrage des PR Report im Juli: „Alle Portale zeigen deutlich Media Markt als redaktionellen Absender – teilweise direkt auf den ersten Blick auf den Startseiten, wie es bei vr-world.com und koch-mit.de der Fall ist. Bei smart-wohnen.de und gamez.de ist der Bezug zum Absender Media Markt im Footer und Impressum ersichtlich.“
Nach Anfrage des PR Reports im Juli hat Media Markt die Kennzeichnung auf vr-world.com verändert und ein „powered by Media Markt“ eingefügt. Die Erklärung des Unternehmens: „Wir haben für rund vier Wochen getestet, ob es für die User einen Unterschied macht, wenn wir das Logo von vr-world.com mit oder ohne den Zusatz ,powered by Media Markt‘ im Header platzieren. Das ist jedoch nicht der Fall, deswegen nutzen wir wieder das Logo mit der Media-Markt-Kennzeichnung, wie wir es im Übrigen von Anfang an gemacht haben.“
In Bezug auf die unterschiedlichen Kennzeichnungen seiner Content-Marketing-Angebote erklärte das Unternehmen: „Dadurch haben wir einen direkten Vergleich und können auf dieser Basis nicht bestätigen, dass eine deutlichere Kennzeichnung bzw. Absendertransparenz negative Auswirkungen auf die Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit der Inhalte hätte."

Tipp: Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen PR Report. Hier können Sie das Magazin als E-Paper oder Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk.


Lesen Sie darin außerdem:


Das digitale Gehirn: Wie Telefónica mit künstlicher Intelligenz den Austausch der Mitarbeiter untereinander verbessert.„Eher mit Judo als mit Karate“: Microsoft-Kommunikationschef Thomas Mickeleit über den Angriff des Marketings auf die PR, wie er sich dagegen wehrt und was seine Kollegen tun müssen, um nicht an den Rand gedrängt zu werden. Bedingt digitalbereit: PR-Profis sehen sich schlecht gerüstet für die digitale Transformation. Bots, Big Data, Monitoring – wo Kommunikatoren ihre größten Schwächen verorten.Fake News und Cyber-Krieger: Vor der Bundestagswahl warnen Behörden vor „Fake News”, falsche Freunde und manipulierte Reichweite verseuchen das Influencer Marketing. Dieselben Methoden lassen sich auch für Desinformationskampagnen in der Wirtschaft einsetzen. Was ein digitaler Angriff kostet. Ein Geben und Nehmen: Wilde & Partner wurde schon zweimal als familienfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet. Wie machen die Münchner das? Und taugt die Agentur als Vorbild für andere?
 

Newsletter

Sie wollen immer auf dem Laufenden sein?

Magazin & Werkstatt