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28.01.2010   News
DRPR will Blogger rügen
 

„Wer gegen Geld ein Produkt positiv bespricht, ist ein Professional und macht PR“, sagt Alexander Güttler. Mit diesem Satz begegnet der Präsident der Gesellschaft der Public Relations Agenturen (GPRA), der zugleich in der Beschwerdekammer Schleichwerbung und Medien des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) engagiert ist, einer kleinen Empörungswelle, die der PR-Rat in der vergangenen Woche in der Blogosphäre ausgelöst hat.

Gezündet hatte die Diskussion die erneute Forderung des DRPR, die geschäftlichen Verbindungen zwischen Bloggern und Unternehmen offen zu legen („w&v“-online, Bericht vom 20. Januar). Passionierte Blogger mit Geld für die eigenen Produkte und Leistungen einzunehmen, gilt zwar auf beiden Seiten offiziell als verpönt, kommt jedoch immer wieder vor. Wenn dies der Fall sei, sollten Blogger ihre Auftraggeber öffentlich nennen, fordert Güttler. Verdeckte PR dürfe es weder in den klassischen noch in den Online-Medien geben.

Bereits im Oktober hatte der DRPR gegenüber der „Wirtschaftswoche“ angekündigt, Grundsätze für Online-PR auszuarbeiten – als Grundlage dafür, Agenturen, Unternehmen und auch Blogger für unehrenhaftes Verhalten rügen zu können.

Doch das wollen einige Blogger nicht hinnehmen. Immerhin seien die meisten Blogger Privatpersonen, über die sich der PR-Rat kein Urteil anmaßen dürfe. Zumal der DRPR für die Bloggerszene keine erstzunehmende Instanz sei. Rügen verpufften in der Blogosphäre eher, als dass sie irgendeine Wirkung zeigten. Das schreckt Güttler nicht davon ab, darauf zu beharren: Blogger, die Geld kassierten, um professionell PR zu machen, fallen selbstverständlich in den Verantwortungsbereich des DRPR. An die Selbstregulierung der Szene glaubt Güttler indes nicht.

Mit dem Wort „paradox“ reagiert der GPRA-Präsident auf den Vorwurf einiger Blogger, dass sich der Rat mit dem Thema selbst in Szene setzen wolle und schlicht Eigen-PR betreibe. Auffällig ist jedoch schon, dass das Thema zwei Tage nach dem jüngsten Blog-Skandal um bezahlte Lobhudelei für Apps der Süddeutschen Zeitung wieder in der Öffentlichkeit lanciert wurde. Zufall, sagt Güttler. Wenn auch ein glücklicher. Die Aufmerksamkeitsschwelle für das Thema ist zurzeit recht niedrig. Deshalb hofft Güttler darauf, dass die Blogger, die sich jetzt für das Thema interessieren, auch das fertige Papier im Detail angucken werden. Ein erster Entwurf soll auf der DRPR-Mitgliederversammlung am 26. Februar diskutiert werden.  (bb)
 

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