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Antje Neubauer (Foto: Claudia Kempf)
24.05.2017   News
"Wir können nicht unpolitisch sein"
 
Die Kommunikation der Deutschen Bahn soll politischer werden. Gesellschaftsrelevante Themen sollen zunehmend in den Fokus rücken, sagte Antje Neubauer, die seit Anfang 2017 Marketing- und PR des Staatskonzerns leitet, im aktuellen PR Report. (Hier können Sie das Magazin als E-Paper und Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk)
"Wir haben als Unternehmen auch eine gesellschaftliche Verantwortung, die wir ernst nehmen, indem wir Haltung zeigen und auf Werte verweisen, die in unserer Demokratie selbstverständlich sein sollten", sagte die 47-Jährige. "Wir können nicht unpolitisch sein."
Kontrovers diskutiert wurde der Spot "ToleranzZeit", den die Bahn vor einigen Wochen online stellte. Er zeigt einen jungen Mann, der im ICE einer jungen Frau mit Kopftuch gegenübersitzt und dem allerlei Vorurteile durch den Kopf gehen – ungerechtfertigt, wie das Ende des Films zeigt.
Der Spot sorgte für viele Klicks, viele Kommentare, aber auch Hasskommentare – sogar gegen Neubauer persönlich. Beirren lassen will sie sich davon nicht: "Wenn Teile der Gesellschaft so abgehängt, verzweifelt und traurig sind, dass sie meinen, sich derart mitteilen zu müssen, will ich erst recht – persönlich und in meinem Job – Wege finden, die zeigen, dass die Welt anders ist. Wir haben so ein großes Glück, in einem westeuropäischen Land leben zu dürfen."
Kritik gab es an dem Spot, den die Deutsche Bahn nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund binnen eines Tages produzieren ließ und ins Netz stellte. „Geschmacklose Trittbrettfahrerei“ hieß es da zum Beispiel. "Mehr als sieben Millionen Menschen fahren täglich mit der Bahn. Das hat mit Vertrauen in das Unternehmen zu tun, aber auch mit Vertrauen in unser Land. Es kann nicht sein, dass einzelne Menschen oder radikale Gruppierungen Panik und Angst schüren. Das war unser Ansatz", konterte Neubauer.
"Es ging nicht darum, ein 19-Euro-Ticket zu verkaufen oder gar Bekanntheit zu steigern. Wir haben hier Haltung gezeigt und Meinung gemacht, das fanden einige mutig und richtig, andere geschmacklos.
Richtig oder falsch gibt es hier nicht. Man muss auch mal übers Ziel hinausschießen, anecken dürfen."
Tipp: Wie Antje Neubauer Marketing und PR bei der Deutschen Bahn vereinen will, was das für die Agenturen bedeutet und warum Frauen die Gewinner der Digitalisierung sind, lesen Sie im aktuellen PR Report. Hier können Sie das Magazin als E-Paper und Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk.
 

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