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News / "Alexander Wilke hat mit vielem recht, aber ..."
Lars Basche, Text 100
02.05.2017   News
"Alexander Wilke hat mit vielem recht, aber ..."
 
Mit seiner Kritik an Agenturen hat ThyssenKrupp-Kommunikationschef Alexander Wilke für Wirbel und Verärgerung gesorgt. Nun antwortet Lars Basche von der Agentur Text 100 auf Wilkes Interview im aktuellen PR Report (Hier können Sie das Magazin als E-Paper und Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk.) Basche bezweifelt, dass Konzerne wirklich bereit sind, in die Beziehung mit Agenturen zu investieren.
Sicher hat Alexander Wilke mit vielem recht, was er über das Verhältnis von Agenturen und Unternehmen sagt. Es stimmt, dass die Phase der Eingewöhnung, also die Zeit, ein Unternehmen zu verstehen und Lösungsansätze zu entwickeln, lange dauern kann, und dass Agenturen manchmal zu schnell standardisierte Antworten auf individuelle Herausforderungen liefern. Und ja, Agenturen jedweder Ausrichtung sollten sich mit Sicherheit "für die neue Vielstimmigkeit öffnen" und integrierter arbeiten.
Aber: Sind Konzerne bereit, wirklich in die Beziehung mit Agenturen zu investieren? Zweifel sind angebracht, das bestätigt auch diese Entscheidung von ThyssenKrupp. Die Unzufriedenheit in der Zusammenarbeit resultiert häufig aus dem Unwillen, in die Beziehungen zu investieren. Das gilt für beide Seiten, unabhängig davon, um welche Art Agentur es sich handelt. Und das gilt im Grunde auch innerhalb von Unternehmen zwischen den Abteilungen.
Letztlich geht es in jeder Konstellation um Menschen und eine offene Zusammenarbeit - ob nun bei einer großen internen Kommunikationsabteilung, einer klassischen Beziehung zwischen Unternehmen und Dienstleister oder bei dem Hybrid einer eigens für ein Unternehmen aufgebauten Agentur. Die Herausforderungen beim Erstellen hochwertiger Inhalte bleiben unabhängig von dieser Konstellation: Es braucht die Nähe aller Beteiligten und die Verzahnung mit den relevanten Bereichen im Unternehmen, damit mehr als nur Standard herauskommt. Und die Annäherung muss von beiden Seiten kommen.
Und noch ein Kommentar zum Vergleich zwischen Kommunikationsagenturen und Strategieberatungen: Gute Agenturen, und da besteht auf Agenturseite vielleicht noch mehr Erklärungsbedarf, verstehen sich immer auch als Strategen und wollen entsprechend tief eintauchen in das Geschäft des Partners - wenn man sie lässt. Sie tun das, um genau diese Standardantworten zu vermeiden und zugleich das zu garantieren, was ThyssenKrupp auch bei seiner "In-House Agentur" sucht: Flexibilität, Schnelligkeit und der kreative Blick von außen.
Lars Basche ist Vice President Integrated Services & Innovation bei der Agentur Text100


Tipp:
Das komplette Interview mit Alexander Wilke lesen Sie im aktuellen PR Report. Darin: Wie die maßgeschneiderte ThyssenKrupp-Agentur Bobby & Carl genau funktionieren soll, welche Mitarbeiter Wilke nicht mehr braucht, warum ihm die Markenchefs weglaufen und wieso er bei der Parkplatzvergabe mitredet. Hier können Sie das Magazin als E-Paper und Printausgabe bestellen. Oder im iKiosk.

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