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Andreas Winiarski wechselt schon wieder die Umlaufbahn.
28.02.2017   News
Andreas Winiarski wechselt zu Earlybird
 
Andreas Winiarski wird nach nur 15 Monaten als Managing Partner bei Hering Schuppener (HS) aufhören. Der 38-Jährige wechselt am 1. April 2017 als Partner zu Earlybird, nach eigenen Angaben mit einem verwalteten Kapital von mehr als 800 Millionen Euro einer der größten Venture-Capital-Investoren in Europa. Bei HS soll Winiarski zusätzlich weiter als Senior Advisor tätig sein und ein Büro haben.

Tipp: Im PR Report 5/2017 hat sich Ralf Hering erstmals ausführlich zum Wechsel von Winiarski geäußert: "Wir haben es einfach nicht gemerkt." (E-Paper oder Printausgabe oder im iKiosk)


Christian Nagel, Gründer und Partner von Earlybird: „Wir freuen uns, mit Andreas Winiarski einen der profiliertesten und bekanntesten Köpfe der deutschen Digital-Szene als Partner zu gewinnen. Andreas verfügt über langjährige Erfahrung in der Startup- sowie der Corporate-Welt. Er ist einer der gefragtesten Berater für die Skalierung von Startups und die digitale Transformation von Konzernen. Er wird uns und unseren Portfolio-Unternehmen einen sehr großen Mehrwert bieten. Zudem werden wir Earlybird zusammen mit ihm noch stärker als Partner für die Deutschland AG positionieren und weiterentwickeln.”
Bei HS soll die von Winiarski gegründete Digital-Einheit mit 15 Mitarbeitern komplett in die Agentur integriert werden. Gründer und CEO Ralf Hering sagte: „Unsere Kunden erwarten digitale Kompetenz in allen Aspekten unserer Arbeit. Dank unseres neuen Corporate Digital Hubs bieten wir nun klassische und digitale Kommunikation integriert aus einer Hand wie keine andere strategische Kommunikationsberatung. Wir danken Andreas Winiarski für den erfolgreichen und schnellen Aufbau des Corporate Digital Hubs und freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit in neuer Konstellation."
Für Hering Schuppener soll Winiarski zwar weiter als Seniorberater tätig sein. Doch als Galionsfigur für den digitalen Wandel der Agentur taugt er kaum noch.
Im Oktober 2015 wollte Hering Schuppener Winiarski, damals Kommunikationschef von Rocket Internet sowie Geschäftsführer von deren hauseigener Agentur RCKT, unbedingt haben. Binnen einer Woche wurde der Wechsel damals eingetütet. Treibende Kraft dürfte Hering Schuppeners Starberater und oberster Regenmacher Alexander Geiser gewesen sein. Beide gingen sogar gemeinsam wandern. Das Zutrauen Geisers in die Fähigkeiten des Neuzugangs war groß.
Hering Schuppener zählt zu den Edeladressen der Unternehmens- und Finanzkommunikation. In den Teppichetagen der deutschen Wirtschaft, bei Aufsichtsräten, CEOs, Top-Anwälten und Kommunikationschefs, ist HS häufig erste Wahl. Aber Digitalkommunikation galt als offene Flanke, die Winiarski schließen sollte.
Dass er jetzt so schnell wechselt, zeigt wohl auch: Kulturell und unternehmerisch waren die Nobelberater und der Lederhosenträger mit der Irokesen-Frisur zu verschieden. Winiarski wollte eine eigene Digitaltochter bei Hering Schuppener unter seiner Führung und mit einer unternehmerischen Beteiligung.
Doch Hering, als kühl kalkulierender Kaufmann bekannt, war schon länger skeptisch. Im Dezember 2016 sagte er, dass er „bislang sehr einverstanden mit der Entwicklung" sei. Schob indes nach: "Wir lassen uns aber mit allem Zeit.“ Nur wenn das Geschäft strategisch klug aufgestellt und nachhaltig profitabel sei, mache eine Tochter Sinn. Deutlich mehr als 15 Prozent operativer Gewinn, ein Honorarumsatz von rund drei Millionen Euro im Jahr und eine klare Wachstumsperspektive sollten es sein. Hering gab damals an, dass im September die Millionenmarke beim Umsatz geknackt worden sei, vor allem durch die Unterstützung bei bestehenden Mandaten der Agenturgruppe.
Bei Hering Schuppener hieß es nun, dass Winiarski die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt habe. Aber klar ist: Aus Winiarskis Traum einer Tochterfirma wäre nichts geworden.
Auch kulturell funkten Winiarski und Hering Schuppener nur bedingt auf einer Wellenlänge. Lederhose, Kapuzenpulli, goldene Schuhe: Winiarski pflegte weiter den forschen, unangepassten Auftritt. Er sorgte intern wie extern bei manchem für Irritationen – was nicht nur an dem zur Schau gestellten Kontrast zum lange gewohnten Perlenketten- und Dreiteiler-Schick der Berater gelegen haben soll. Diskretion und Zurückhaltung in eigener Sache gehören dort zu den wichtigsten Geboten. Der bunte Vogel und begnadete Selbstdarsteller Winiarski (O-Ton: "Die Zeit der grauen Herren und der Hinterzimmer ist vorbei. Wir brauchen PR-Rockstars.") ließ sich nur bedingt einhegen.
Als im Herbst 2016 die Rückkehr von Raphael Neuner als Managing Director bekannt wurde, merkten einige in der Szene auf. Denn der bisherige Metro-Lobbyist wechselt nicht in die Public-Affairs-Tochter, sondern zu der Digital-Truppe. Offizieller Arbeitsbeginn für Neuner ist der 1. April 2017, also Winiarskis erster Tag bei Earlybird.
Winiarski schrieb in einem Blogbeitrag: "Der Erfolg in der Zusammenarbeit mit Hering Schuppener beweist mir, dass Lederhosen zu Nadelstreifen passen. Ich bin Wanderer zwischen den Welten im digitalen Wandel. Umso mehr freue ich mich, zwei extrem spannende Aufgaben im Spannungsfeld von Startup-Szene und Corporate-Welt miteinander verbinden zu können. Genau solches Crossover im Denken und Handeln ist die Voraussetzung, um den digitalen Wandel erfolgreich zu meistern."
Von Daniel Neuen
(Update: 17:37 Uhr)

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