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08.02.2017   News
Deutsche verlieren Vertrauen in NGOs
 
Nur rund vier von zehn Bundesbürgern vertrauen darauf, dass das politische System hierzulande grundsätzlich funktioniert und Regierung, Medien, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ihre Aufgaben weitgehend erfüllen. Besonders stark trifft der Vertrauensverlust die NGOs, ihnen vertrauen nur noch 39 Prozent und damit sechs Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Regierungen und Medien haben gegenüber dem Vorjahr ebenfalls an Vertrauen eingebüßt, lediglich die Wirtschaft konnte in den Augen der Bundesbürger leicht zulegen. Dies geht aus der Umfrage "Edelman Trust Barometer" hervor, deren Ergebnisse für Deutschland das Unternehmen jetzt vorgestellt hat.

Während von überdurchschnittlich gut ausgebildeten, informierten und verdienenden Deutschen mehr als jeder Zweite (54 Prozent, Vorjahr 51 Prozent) dem politischen System grundsätzlich vertraut, ist das Vertrauen in der breiten Masse der Bevölkerung weiter erodiert - auf nur noch 39 Prozent (Vorjahr 42 Prozent).

Nur noch ein Viertel der allgemeinen Bevölkerung hält CEOs für glaubwürdig - ein Rückgang um 11 Prozentpunkte. "So schmerzlich das sein mag: Wer sich als Firmenchef in der Gewissheit bewegt, er könne kraft seines Auftritts für sich und sein Unternehmen werben, sollte radikal umdenken und als Arbeitshypothese erst einmal davon ausgehen, dass ihm nur wenige glauben. Das ist die realistischere Sicht auf die Dinge", sagt Edelman.Ergo-Deutschlandchefin Susanne Marell.

Das Edelman Trust Barometer fragt zum 17. Mal, wie es um das Vertrauen der Menschen in die gesellschaftlich wichtigen Institutionen in ihren jeweiligen Ländern bestellt ist. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland wie auch in den Vorjahren im Mittelfeld. Während hierzulande 38 Prozent der Menschen sagen, sie hätten grundlegend Vertrauen in die Regierung und das politische System, sind es beispielsweise in Polen nur 20 Prozent, in den Niederlanden immerhin über 50 Prozent. Spitzenreiter ist hier China: Über drei Viertel der allgemeinen Bevölkerung vertrauen eigenen Angaben zufolge ihrem politischen System.

Fragt man die Deutschen nach den vertrauenswürdigen Branchen, dann liegen Bildungseinrichtungen und der Einzelhandel in der Gunst ganz weit vorne. Schlusslicht ist wie im Vorjahr die Finanzindustrie mit Vertrauenswerten von gerade einmal 35 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als 2016. Erholt hat sich das Renommee der Automobilbranche, hier legten die Werte um sieben Punkte auf 48 Prozent zu. 2015 genoss die Branche noch ein weit höheres Vertrauen (61 Prozent).

"Unternehmen müssen heute deutlich herausstellen, welchen Beitrag sie über das reine Geldverdienen hinaus leisten, um dieser Gesellschaft zu nutzen", fordert Marell. Auch zu Fragen wie Steueroptimierung oder Globalisierung müssten Firmen deutlich Stellung beziehen, in ihrer Haltung erkennbarer werden. "Der wichtigste Schlüsselfaktor, um Vertrauen zu gewinnen, ist unserer Studie zufolge der respektvolle Umgang mit Mitarbeitern."

Link zu den globalen Ergebnissen

Für das Edelman Trust Barometer 2017 wurden in einer repräsentativen Umfrage rund 33.000 Menschen in 28 Ländern befragt.

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