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30.01.2017   News
DRPR rügt anonyme AfD-Unterstützer
 
Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) rügt die Verantwortlichen der Wahlzeitung "Extrablatt" sowie der Großplakate mit einer Wahlempfehlung zu Gunsten der Alternative für Deutschland (AfD) in vier Landtagswahlkämpfen 2016. Sie werden gerügt, weil der wahre Absender der politischen Kommunikation und die Quelle der Finanzierung nicht hinreichend erkennbar waren.

Die "Vereinigung zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten" setzte außerdem zur Landtagswahl 2016 in Mecklenburg-Vorpommern einen eigenen "Wahlometer" auf, deren Antworten in den meisten Fällen in eine Wahlempfehlung zu Gunsten der AfD mündeten. Auch in diesem Fall waren der wahre Absender der Kommunikation und die Quelle der Finanzierung nicht erkennbar.

Der DRPR rügt die wahren Auftraggeber und die beteiligten Personen, da sowohl beim "Extrablatt", bei den Großplakaten zu den Landtagswahlen 2016 sowie dem "Wahlometer" zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 der wahre Absender der politischen Kommunikation nicht hinreichend eindeutig benannt ist und die Quelle der Finanzierung der Kommunikation nicht hinreichend offen gelegt wird. Dieses Vorgehen verstoße gegen Art. 1 des Deutschen Kommunikationskodexes sowie die DRPR-Richtlinie zur Kontaktpflege im politischen Raum, teilte der Rat mit.

Die angeblich fehlgeleitete Pistenraupe

Der Rat rügte zudem den Tourismusverband Seefeld im Fall "Pistenraupe - Tourismusverband Seefeld" aufgrund der bewussten Täuschung von Medienvertretern sowie der damit verbundenen Reputationsschädigung des Berufsfeldes PR. Dabei ging es um die vermeintliche Irrfahrt einer Pistenraupe, die anstatt in das österreichische Seefeld in den gleichnamigen Ort in Schleswig-Holstein geliefert wurde. Mehrere Medien berichteten am 24.11.2016 über die Meldung, die auch von der dpa veröffentlicht wurde.

Auf konkrete und mehrmalige Nachfragen von dpa und anderer Medienvertreter bestätigte Elias Walser, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Seefeld, den Vorgang zunächst als wahr. Erst zwei Tage später räumte Herr Walser ein, dass es sich hierbei um einen "PR-Gag" gehandelt habe. Der DRPR rügt Elias Walser, den in die Durchführung involvierten Kabarettisten Alex Kröll und Karl Royer, Geschäftsführer der österreichischen Werbeagentur SR1, aufgrund der bewussten Täuschung von Journalisten sowie der Schädigung des Berufsfeldes der PR. Vorhaben und Aktionen dieser Art verstießen gegen Art. 1, 2 und 12 des Deutschen Kommunikationskodexes sowie gegen Art. 4, 15, 18 und 19 des Code de Lisbonne, teilte der Rat mit.
 

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