Please wait...
News / Bruch zwischen Lünenbürger und Jung von Matt
Wolfgang Lünenbürger vor der Hamburger Elbphilharmonie
22.04.2016   News
Bruch zwischen Lünenbürger und Jung von Matt
 
Bei Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach war die Freude groß, als im vergangenen Herbst klar war, dass er mit seiner Agentur Cohn & Wolfe (C&W) auf dem Etat der Hamburger Elbphilharmonie arbeiten darf. Erstens war es für Lünenbürger als noch recht frischer Deutschland-Chef der Netzwerkagentur ein öffentlichkeitswirksamer Erfolg, zweitens ist er ein Fan der Elbphilharmonie. C&W war von der Werbeagentur Jung von Matt als Vertragspartner für die PR-Unterstützung ins Boot geholt worden. JvM hatte den Pitch um den Auftrag gewonnen.
Doch aus der Freude wurde wohl anscheinend schnell Ärger. Nachdem in den vergangenen Tagen Gerüchte rund um den Etat aufkamen, erklärte Lünenbürger auf Anfrage des PR Reports, dass er die Arbeit unter Jung von Matt beendet habe. "Ich musste die Reißleine ziehen, sonst wären einige meiner wichtigsten Mitarbeiterinnen ins Burnout gerutscht. Meine Mitarbeiterinnen sind mehr wert als jeder einzelne Kunde." Der C&W-Statthalter moniert vermeintlich unklare Erwartungen und Briefings, angeblich unstrukturierte Prozesse und eine angebliche Monopolisierung der Kundenbeziehung durch JvM: "Kultur und Geschäftsgebaren sind allzu unterschiedlich."
Indes: Jung von Matt stellte den Sachverhalt auch Nachfrage anders dar. Die Werbeagentur teilte mit, sie habe sich von C&W getrennt. Zu den Gründen wollte sich JvM nicht öffentlich äußern. Auf die Umsetzung des Projekts hat die Beendigung der Zusammenarbeit keinen Einfluss, hieß es.
Auf Anfrage des PR Reports schrieb die Hamburg Marketing GmbH, der Auftraggeber des Etats: "Die Umsetzung des Kommunikationskonzepts für die Eröffnungsphase der Elbphilharmonie bis Sommer 2017 läuft weiter wie geplant. Für uns steht fest, dass ein herausragendes Projekt wie die Elbphilharmonie auch eine herausragende Kommunikation verdient. Die Zusammenarbeit mit unserem Auftragnehmer, der Agentur Jung von Matt, erfolgt dabei auf einer sehr vertrauensvollen Basis. Die von Jung von Matt beauftragten Subunternehmer stehen in keinem vertraglichen Verhältnis zur Hamburg Marketing GmbH als Vertreterin der Stadt Hamburg. Wir gehen davon aus, dass der Projektumfang wie beabsichtigt realisiert wird."
Lünenbürger zufolge sei der Etat zwar sehr prestigeträchtig, rein wirtschaftlich betrachtet aber nicht besonders groß: "Wir brennen für das Projekt, werden aber unter Jung von Matt nicht weiterarbeiten."
Erst kürzlich hatte JvM-Chef Thomas Strerath mit einem Interview zur Arbeitskultur in seiner Agentur für Aufsehen gesorgt.
Von Daniel Neuen
 

Newsletter

Sie wollen immer auf dem Laufenden sein?

Magazin & Werkstatt