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Für die Studie "Food 2020" hat Ketchum Pleon das Verbrauchervertrauen in einer Infografik aufgeschlüsselt.
31.03.2016   News
Nahrungsmittel-Verbraucher werden kritischer
 
Immer mehr Verbraucher engagieren sich, um aktiv Produktion, Verarbeitung sowie den Vertrieb von Lebensmitteln zu beeinflussen und fordern von der Lebensmittelindustrie mehr Transparenz und Ehrlichkeit. Damit sei absehbar, dass eine engagierte, kritische Haltung zunehmend zum normalen Verbraucherverhalten werde, heißt es in der Studie "Food 2020" von Ketchum Pleon.

Ketchum Pleon nennt diese Gruppe "Food eVangelists". Deren Anteil sei weltweit in den letzten zwei Jahren um zehn Prozent auf fast ein Viertel (24 Prozent) der Gesamtbevölkerung gestiegen. In Deutschland ist diese Konsumentengruppe der Studie zufolge hingegen lediglich von sieben auf elf Prozent angewachsen.

Die Studie wurde 2015 zum vierten Mal durchgeführt und analysiert Einstellung und -verhalten von mehr als 2000 Verbrauchern in elf Märkten in Nord- und Südamerika, Europa und Asien.

Das neue Premium: regional, einfach und bio

Die Präferenz der Food eVangelists für Regionalität steigt. Über die Hälfte der deutschen Food eVangelists (52 Prozent) hat größeres Vertrauen in die Qualität der Lebensmittel lokaler Einzelhändler als in die der großen Supermärkte (international 49 Prozent). 56 Prozent gehen davon aus, dass die Lebensmittel kleinerer Produzenten sicherer sind als die von den großen Herstellern (international 47 Prozent).

Die besten Lebensmittel, so ist sich über die Hälfte der Food eVangelists sicher, bekommt man beim Bauern vor Ort, mit dem man direkt kommunizieren kann (international: 54 Prozent, Deutschland: 56 Prozent). Kleinere, regionale Marken genießen offenbar eine höhere Wertschätzung als die der großen Hersteller und könnten Maßstab werden für das, was künftig als "premium" gilt, schlussfolgern die Autoren.

Schnell und bequem

Etwa die Hälfte der von Ketchum Befragten haben noch nie oder zumindest seltener als im Vorjahr Lebensmittel übers Internet gekauft. "Für Food eVangelists ist die Online-Bestellung von Lebensmitteln viel mehr als eine einfache Transaktion. Sie möchten unbedingt Zugang zu Innenansichten über die Lebensmittelherstellung und die Menschen hinter den Marken sowie eine reale, haptische und begeisternde Einkaufserfahrung", sagte Natalie Haut, Managing Partner und Food-Expertin bei Ketchum Pleon. 

Information über alle Kanäle

Neben Freunden (37 Prozent) und Familienmitgliedern (34 Prozent) sind vor allem registrierte Ernährungsberater und professionelle Köche (je 33 Prozent) wichtige Informationsquellen für Food eVangelists. Auf der Suche nach Informationen wendet sich ein Drittel der deutschen Food eVangelists an Vertreter von Verbraucherschutzorganisationen. Im Jahr 2013 waren diese für fast die Hälfte der deutschen Konsumenten die bevorzugten Ansprechpartner zum Thema Lebensmittel.

In Deutschland informieren sich die Food eVangelists am liebsten aus traditionellen Medien wie ihrer Lokalzeitung (53 Prozent), den nationalen Fernsehnachrichten (52 Prozent) und bundesweiten Zeitungen (50 Prozent) sowie aus Online-Nachrichtenquellen (50 Prozent).

Die Hersteller reagieren

Die Lebensmittelindustrie reagiert laut Ketchum Pleon inzwischen häufig auf den Input von Food eVangelists. Resultat ist das wachsende Vertrauen der deutschen Food eVangelists in die Sicherheit von Lebensmitteln: Im Jahr 2013 waren nur 34 Prozent der deutschen Food eVangelists der Meinung, sichere und gute Lebensmittel zu kaufen, bei der aktuellen Befragung waren es 47 Prozent. 

Befragt wurden 2098 Konsumenten in elf Märkten (USA, Argentinien, Brasilien, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Großbritannien, Hong Kong, China und Singapur). Die Umfrage konzentrierte sich laut Ketchum Pleon ausschließlich auf die Food eVangelists, mit dem Ziel, ein besseres Bild und eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wer sie sind, was sie ausmacht, was sie denken und tun, und letztlich, ob diese Gruppe wächst.

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