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News / Löst Technik gesellschaftliche Probleme?
US-Präsident Barack Obama auf dem Festival South by Southwest (SXSW)
14.03.2016   News
Löst Technik gesellschaftliche Probleme?
 

Es ist wieder soweit: Die South by Southwest Interactive (SXSWi) kehrt vom 11. bis 15. März nach Austin, Texas zurück. Mehr als 34.000 Teilnehmer und rund 2.700 Speaker lockt die weltweit größte Digitalkonferenz an, und bringt damit auch im 30. Jahr ihres Bestehens wieder eine vielfältige Gruppe von Vordenker und Visionäre der Digitalisierung mit Kreativprofis, innovativen Unternehmen und Start-ups aus der ganzen Welt zusammen.

Zu den Keynote-Speakern zählen neben Präsident Barack Obama, Star Wars Regisseur J. J. Abrams, US-Verkehrsminister Anthony Foxx, US-Chief Technology Officer Megan Smith, Google Director of Self-Driving Cars Chris Urmson und sicher auch Roboticist & Professor Hiroshi Ishiguro.

Ketchum Pleon ist auch dieses Jahr wieder mit seinen Digitalexperten vor Ort und berichtet für den PR Report in den nächsten Tagen "live" von den Kommunikationstrends der SXSWi. Ganz aktuell auch im Live-Stream von Ketchum Pleon.

Politiker und Digitals nähern sich an

Ein umfassender Programmteil befasst sich mit dem Themenfeld "Government and Policy". Stargast zum Auftakt der SXSWi war US-Präsident Barack Obama. Sympathisch und ohne Krawatte kommt er daher und geht auf Kuschelkurs mit der digitalen Bohème als der "coole Early-Adopter-Präsident".

Die Politik versucht sich in diesem Jahr der Technikbranche deutlich anzunähern. So richtig gelingt es ihr aber nicht. Zum aktuellen Streit zwischen FBI und Apple über die iPhone-Verschlüsselung sagt Obama, es gehe um das richtige Abwägen zwischen dem Recht auf Privatsphäre und der nationalen Sicherheit: "If encryption is so strong that there is no key, then everyone is walking around with a Swiss Bank Account in their pocket". Eine klare Stellung bezieht er nicht. Vielmehr wirbt Obama bei der anwesenden Community, die Entwicklung digitaler Dienste der US-Regierung aktiver zu unterstützen und verweist auf charmante Art auf seine Erfolge.

Es fällt auf, wie stark die technologische Entwicklung inzwischen von Politik und Gesetzgebung abhängig ist. Dies spiegeln auch die Themen der SXSWi wieder: In weiteren Vorträgen werden unter anderem die Themen Big Data und Datenschutz behandelt. Prominentes Beispiel: Googles selbstfahrendes Auto. Chris Urmson, Director Self-Driving Cars bei Google, gab in seinem Vortrag interessante Einblicke in die Entwicklung des automatisierten Fahrens. Etwa wie der Einsatz von Radar-, Laser- und Kameratechnologie dazu beitragen sollen, unsere Straßen sicherer zu machen. Wann aber die selbstfahrenden Autos auf die Straße kommen beantwortete Urmson vage mit "in drei oder 30 Jahren", nicht zuletzt weil die Entscheidung stark am Faktor Gesetzgebung und nicht nur an dem Reifegrad der Technik hänge. Am Ende entscheide die Politik, wann die Technologie als "ausgereift" gilt.

Dass die Gesellschaft wenig Vertrauen in die Politik hat, zeigt eine aktuelle Umfrage der SXSW: Nur 39% der Befragten glauben, dass die Politik in der Lage ist, gesellschaftliche Probleme zu lösen - die Mehrheit (61%) glaubt aber an Technologie-basierte Lösungen.

Rüdiger Maeßen ist Managing Partner bei Ketchum Pleon und leitet den Düsseldorfer Standort. Als Experte für cross-mediale Kampagnen besucht er regelmäßig die SXSW. Er twittert unter @rmaessen

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