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News / Ein Fünftel der Journalisten hält PR-Leute für Gegner
n=857 Journalisten aller Mediengattungen in Deutschland (Grafik: Universität der Bundeswehr München)
07.12.2015   News
Ein Fünftel der Journalisten hält PR-Leute für Gegner
 
21 Prozent der Journalisten betrachten PR-Mitarbeiter und Pressesprecher als Gegenspieler. Vor zwei Jahren waren es nur 15 Prozent. Dennoch sei das Verhältnis zwischen Journalismus und PR als gut zu bezeichnen, heißt es in einer Studie des Instituts für Organisationskommunikation der Universität der Bundeswehr München. 55 Prozent der darin befragten Journalisten sehen PR-Leute nicht als Gegenspieler.

Die Zeit für Recherche nimmt laut der Umfrage immer weiter ab. Fast jeder zweite befragte Journalist gibt an, heute weniger Zeit für die Recherche zu haben als vor fünf Jahren. Gleichzeitig verlieren Pressemeldungen für die Informationsgewinnung an Bedeutung, dieser Meinung sind 46 Prozent. Im Durchschnitt erhalten die Untersuchungsteilnehmer täglich 49 Pressemitteilungen, was einem Minus von rund zehn Prozent gegenüber der Befragung von 2013 entspricht. Sie gehen bei Pressetexten inzwischen noch rigoroser vor als vor zwei Jahren: Heute wird etwa die Hälfte ungelesen gelöscht, 2013 wanderten 40 Prozent ungelesen in den Papierkorb. 41 Prozent der Mitteilungen werden aktuell nur überflogen. Schlussendlich werden lediglich 14 Prozent aller Pressemitteilungen verwendet.

Demgegenüber stehen Suchmaschinen für die Recherche heute ganz oben in der Gunst der Medienmacher. Deren Bedeutung hat im Vergleich zu 2013 um etwa 15 Prozent zugenommen. "Bei der Nutzung zeigen sich jedoch deutlich Altersunterschiede. Je älter die Befragten waren, desto weniger nehmen sie Suchmaschinen für die Recherche in Anspruch. Gerade in der Altersgruppe 26 bis 30 Jahre ist hingegen eine stark erhöhte Nutzung zu erkennen", sagt Studienleiter Carsten Rennhak.

47 Prozent erwarten bei Facebook & Co. neue Themen. Zwar nutzen 45 Prozent der befragten Journalisten Soziale Medien weniger als einmal wöchentlich oder nie. 24 Prozent der Befragten jedoch nutzen sie mehrmals täglich und zusätzliche 14 Prozent mindestens einmal täglich. Facebook, YouTube und Twitter zählen laut Studie zu den beliebtesten Informationsquellen.

Die Online-Erhebung der Universität der Bundeswehr München mit mehr als 850 Umfrageteilnehmern ist eine Fortführung der Studie "Das Google-Dilemma" von 2013.

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