Please wait...
News / Beleidigende Kommentare ruinieren den Ruf eines Mediums
Manche Nachrichenportale verlagern ihre Kommentarfunktion zu Facebook, um sich von der Negativität zumindest ansatzweise zu distanzieren.
19.08.2015   News
Beleidigende Kommentare ruinieren den Ruf eines Mediums
 
Hasserfüllte Kommentare auf Nachrichtenportalen schädigen den Ruf des jeweiligen Mediums. Wie der Tagesspiegel berichtet, sei die Idee des Demokratisierungspotenzials des Internets eher ein Mythos, was Nutzerkommentare angeht. 

Schlechte und auch vulgäre Kommentare seien rufschädigend für das Medium, weshalb beispielsweise sueddeutsche.de oder Newssites von Reuters die Kommentarfunktionen stark eingeschränkt oder in soziale Netzwerke wie Facebook verschoben hätten. Teilweise wurden die Möglichkeiten zu Kommentieren sogar temporär komplett angeschafft.

Studie sagt: Hass färbt ab

Der Tagesspiegel beruft sich dabei auf eine noch unveröffentlichte Studie der Uni Hohenheim, die von Fabian Prochazka, Wolfgang Schweiger und Patrick Weber durchgeführt wurde. Die Forscher baten 942 Probanden, einen Artikel zu bewerten, der höflich, unhöflich sowie mit oder ohne Argumente kommentiert worden war. Gleichzeitig erhielt eine Kontrollgruppe den Artikel ohne Kommentare. Das Ergebnis war, dass der kommentarlos präsentierte Artikel die höchste Qualitätsbewertung erhielt.

Leserkommentare seien, so der Tagesspiegel, demnach gar kein Gewinn für Redaktionen, solange sich diese nicht wirklich intensiv um deren Moderation kümmerten. Wichtig seien herbei zwei Dinge: die Qualität des Diskurses zu erhöhen, indem die Kommentare entsprechend ausgewählt würden und die aktive Beteiligung der Journalisten selbst. Der Aufwand, die Kommentare zu moderieren und konstruktive Beiträge von Beleidigungen und Hassmails zu trennen, würde oftmals als zu groß empfunden. Jedoch liegt scheinbar nur hier die Chance, ohne Abschaffen der Kommentarfunktion die Reputation zu erhalten.
 

Newsletter

Sie wollen immer auf dem Laufenden sein?

Magazin & Werkstatt